Salzgitter-Konzern profitiert von Stahlpreis-Hoch

Auch für Stahl, der in so vielen Industrieprodukten steckt, gilt: Das Wohl und Wehe der Anbieter hängt 2022 wesentlich an der Energie- und Rohstoffsicherheit. Noch spielen die hohen Fertigstahl-Preise der Salzgitter AG in die Karten - solange es nicht zum Gasstopp kommt.
Glühende Schlacke von einer Stahlverhüttung wird abgegossen. © Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Die starke Nachfrage nach Stahl in Branchen wie der Auto-, Maschinenbau- oder Bauindustrie lässt Deutschlands zweitgrößten Hersteller Salzgitter deutlich besser verdienen. Der Konzerngewinn der Niedersachsen legte im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahr von 76,6 Millionen auf 368,8 Millionen Euro zu - fast eine Verfünffachung. Ein Grund sind die hohen Preise, die inmitten der Verteuerung verschiedener Rohstoffe derzeit aufgerufen werden.

Nach einer Schwächephase hatte die Stahlkonjunktur bereits vor dem Beginn des Krieges in der Ukraine wieder angezogen. Salzgitter bleibt aber vorsichtig, wie der Zwischenbericht vom Donnerstag zeigt. So müsse man «in erster Linie Preis- und Versorgungsrisiken für Energien» weiter beobachten, betonte Finanzchef Burkhard Becker.

Zwar erhöhte der Konzern die Gewinnprognose für den weiteren Verlauf kürzlich. Dies steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass die Kosten im Einkauf von Energie und Grundressourcen nicht noch mehr steigen und dass die Versorgung mit Erdgas nicht ausfällt. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Krieg sei kaum konkret abzuschätzen.

Schon im April wies die Salzgitter AG auf die hohe Bedeutung von Gas als Energiequelle für die deutsche Industrie hin, nachdem das Bundeswirtschaftsministerium die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen hatte: «Ohne Erdgas keine Produktion von Stahl.» Man sei dabei, den Einsatz auf das mögliche Minimum zu beschränken.

Erdgas ist nicht nur für Haushalte, sondern auch in vielen Branchen ein bisher unerlässlicher Rohstoff zur Erzeugung Strom und Wärme. Oft fließen Kohlenwasserstoffe wie Methan außerdem in Chemieprodukte ein.

Vor Steuern wuchs das Ergebnis von Salzgitter im ersten Jahresviertel von 117,3 Millionen auf 465,3 Millionen Euro - ein Bestwert. Neben dem Kerngeschäft mit Stahl trugen dazu auch die Handelssparte und die Beteiligung am Hamburger Kupferkonzern Aurubis bei. Der Außenumsatz nahm im Startquartal um rund 60 Prozent auf 3,35 Milliarden Euro zu.

Die Überschüsse werden auch für Investitionen benötigt, mit denen Salzgitter sich mittelfristig auf die Produktion «grünen» Stahls vorbereitet. Dabei kommt statt klimaschädlicher Kokskohle Wasserstoff zum Einsatz, der jedoch seinerseits erst stromintensiv aus Wasser oder Ammoniak gewonnen werden muss. Bis 2033 soll der Umbau mit einer anvisierten CO2-Einsparung von mehr als 95 Prozent umgesetzt sein.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Nations League: WM-Zweifel bleiben nach 3:3 gegen England
Musik news
Band: Keyboarder von Wanda stirbt kurz vor Albumveröffentlichung
People news
Herzog von Norfolk: Organisator des Queen-Begräbnisses muss Führerschein abgeben
Tv & kino
Featured: Black Adam: Wann kannst Du die Comicverfilmung mit The Rock streamen?
Familie
Nicht zu bitter, bitte!: Wie Sie zarten Chicorée erkennen
Auto news
Eiskalte Tipps: So kommt das Auto gut durch den Winter
Das beste netz deutschlands
Featured: iPhone 14 einrichten: Die wichtigsten Tipps zum Start
Handy ratgeber & tests
Featured: iOS 16: Diese Sperrbildschirm-Widgets sind in Planung oder schon da
Empfehlungen der Redaktion
Regional niedersachsen & bremen
Energieversorgung: Stahlhersteller Salzgitter: «Ohne Erdgas keine Produktion»
Regional niedersachsen & bremen
Bilanz: Salzgitter meldet Gewinne und Partnerschaft mit VW
Regional niedersachsen & bremen
Stahlmarkt: Salzgitter AG: «Sehr anspruchsvolles zweites Halbjahr»
Wirtschaft
Stahlindustrie: Salzgitter: «Sehr anspruchsvolles zweites Halbjahr»
Wirtschaft
Finanzen: Staat will mit Zuschüssen zu Energiekosten Firmen stützen
Regional niedersachsen & bremen
Industrie: Stahlkonzern Salzgitter feiert Rekordhalbjahr
Regional niedersachsen & bremen
Investitionspläne: Aufsichtsrat genehmigt Fahrplan für CO2-arme Stahlproduktion
Regional niedersachsen & bremen
Energiekrise: Sparen für Notfall: Firmen wollen Energieverbrauch senken