Kultusminister hält Corona-Testwoche für denkbar

Die Corona-Infektionszahlen stiegen zuletzt auch bei Schülern deutlich an. In wenigen Tagen endet das Schuljahr und damit geht langsam der Blick auf das neue Schuljahr und der Frage, wie es coronabedingt weitergehen kann. Kultusminister Tonne hält ein Modell für denkbar.
Grant Hendrik Tonne spricht während einer Landespressekonferenz im niedersächsischen Landtag. © Moritz Frankenberg/dpa/Archivbild

Zu Beginn des neuen Schuljahres hält Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) eine Woche mit Corona-Tests für möglich. «Dass wir wieder mit einer Testwoche hineingehen und danach auf Basis freiwilliger Testungen weitermachen, ist ein denkbares Modell», sagte Tonne der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

«Aufgrund der kürzeren Zeit einer Infektion würden wir, glaube ich, jetzt nicht mehr zwei Wochen ausgeben, sondern eine Woche sagen, dann hat man es rausgefunden, ob man eine Infektion hat aus den Sommerferien oder nicht.»

Vor den Sommerferien sollen Schüler demnach Tests mit nach Hause nehmen können, entsprechende Bestellungen würden laufen. Man wolle ihnen auf jeden Fall was an die Hand geben, damit sie sicher zur Schule gehen können nach den Ferien - unabhängig davon, ob mit Testpflicht oder auf freiwilliger Basis. Wie Corona-Regeln zu Beginn des neuen Schuljahres Ende August konkret aussehen, ist noch nicht beschlossen. «Wir werden auf alles vorbereitet sein», betonte Tonne.

Eine Corona-Testpflicht gibt es bereits seit mehreren Wochen nicht mehr an den Schulen im Bundesland, wie auch eine Maskenpflicht. Nach mehreren Ferien in diesem Schuljahr ging Niedersachsen zwischenzeitlich auf eine tägliche Testpflicht über. Die Corona-Infektionszahlen stiegen zuletzt auch in den Schulen deutlich an.

«Grundsätzlich will ich so wenig Einschränkungen und Belastungen für die Schülerinnen und Schüler wie möglich. Wir müssen aber wissen, mit was für einem Virus haben wir es zu tun.» Ob man dann reagieren müsse, müssten die Gesundheitsexperten beantworten. «Einen Rechtsrahmen kann ich nicht vorgeben, aber wir müssen ihn gegebenenfalls ausfüllen. Auf Testen und Masken wären wir vorbereitet.» Er appellierte an den Bund, einen klaren Rechtsrahmen vorzugeben für das neue Schuljahr.

«Beim Thema Maskenpflicht habe ich nach der derzeitigen Rechtsgrundlage definitiv keine Chance. Ich will auch gar nicht die Maskenpflicht herbeireden, ich will natürlich Schule ohne Einschränkungen.» Es gehe aber um die Möglichkeit überhaupt handeln zu können - wenn es nötig ist - um die Schulen offen zu halten, sollte die Corona-Lage sich wieder deutlich verschärfen.

Eine dauerhafte Erhöhung der Kita-Gruppengröße stößt bei Tonne indes auf Ablehnung. «Einer dauerhaften Veränderung bei der Gruppengröße erteile ich eine klare Absage.» In einer Notsituation müsse man flexibel handeln können. Aber eine Notsituation sei keine dauerhafte Situation.

Wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine wurden Kita-Standards bis zunächst Ende Juli gesenkt. Damit kann etwa ein Kind mehr pro Kita-Gruppe betreut werden. Dies soll erleichtern, dass Kinder aus der Ukraine in Niedersachsen in einer Kita aufgenommen werden können.

Man befinde sich in Gesprächen, wie es nach Juli weitergeht, erläuterte der Minister. Mit einer Entscheidung sei innerhalb der nächsten beiden Wochen zu rechnen. Bis Ende der Woche waren nach Angaben des Ministeriums rund 1350 Kinder aus der Ukraine in niedersächsischen Kitas angemeldet.

«Die Debatte fokussiert sich sehr auf die sogenannte plus-eins-Regelung. Wir haben aber einen ganzen Instrumentenkoffer an die Hand gegeben bei der Frage, wie mit zusätzlichen Kindern umgegangen werden kann. Zum Beispiel haben wird bei den Raumstandards flexibilisiert.»

Tonne betonte, neben dem Integrieren in Kitas sei es auch in Schulen eine große Kraftanstrengung. «Das kriegt man aber nicht mal eben so hin, wir sprechen aktuell über 15.000 Kinder.» Man habe zusätzliche Fachkräfte aus der Ukraine, pensionierte Lehrer und Studierende in die Schulen geholt und mache dies laufend weiter.

© dpa
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