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Schlechte Ernte auf Streuobstwiesen: Apfelsaft wird knapp

Streuobstwiesen sind wichtig, nicht nur für die biologische Vielfalt, auch Safthersteller brauchen das Obst. Aber die Wiesen enttäuschen in diesem Jahr bei der Ernte.
Apfelsaft dürfte knapp werden
Apfelsaft läuft aus der Mostmaschine. © Philipp Schulze/dpa/Archivbild

Apfelsaft dürfte in den kommenden Monaten knapper und damit für Verbraucher teurer werden - eine wichtige Ursache dafür ist die sehr schlechte Ernte auf den Streuobstwiesen in diesem Jahr. Von diesem bundesweit spürbaren Einbruch ist auch Niedersachsen betroffen, sagte die Vorstandsvorsitzende des Streuobstwiesen-Bündnisses Niedersachsen, Sabine Washof: «Es ist wirklich katastrophal.» Im Vergleich zum vergangenen Jahr sei der Ertrag auf den Streuobstwiesen spürbar geringer.

Washof nannte zwei Gründe: Bei der Apfelernte wechseln sich starke Jahre regelmäßig mit schwachen Erntejahren ab. Nach der guten Ernte im vergangenen Jahr sei die Ernte in diesem Jahr daher natürlich schwächer. Fachleute bezeichnen diesen Wechsel als Alternanz. Eine andere Ursache sei ein Frosteinbruch im Frühjahr gewesen, dem viele Blüten zum Opfer gefallen seien. Daher seien vor allem die frühen Apfelsorten ausgefallen.

Im kommerziellen Apfelanbau könnten die Landwirte die empfindlichen Blüten durch ein künstlich erzeugtes Frostmäntelchen vor dem Erfrieren schützen. «Diese Möglichkeit haben wir für die Streuobstwiesen nicht», sagte Washof.

Bei den Apfelbauern werde die Apfelernte in diesem Jahr etwas geringer ausfallen als im vergangenen Jahr, sagte Claus Schliecker, Vorsitzender der Fachgruppe Obstbauern im Landvolk Niedersachsen. Für den Apfelsaft werden allerdings nicht die gut geratenen Früchte verwendet, sondern diejenigen, die zu krumm gewachsen sind oder Insektenstiche haben. Das seien pro Jahr etwa 10 bis 15 Prozent der Ernte. «Für Mostobst kann man heute keinen Apfel mehr produzieren, geschweige denn ernten», sagte Schliecker. Der Ertrag sei so gering, dass sich dafür allein der Apfelanbau nicht lohne.

In Norddeutschland, eingeschlossen Mecklenburg-Vorpommern und Berlin/Brandenburg, stünden den Mostereien in diesem Jahr 44 Prozent weniger konventionell erzeugte Äpfel und 42 Prozent weniger biologisch erzeugte Äpfel zur Verfügung als vor einem Jahr, sagte Klaus Heitlinger, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Fruchtsaftindustrie. Die Preise für angelieferte Äpfel seien seit Beginn der Kelter-Kampagne Mitte August kontinuierlich gestiegen. Nach den Regeln der Marktwirtschaft dürfte das zu höheren Preisen führen - sowohl bei den Säften der Discountern, als auch bei den Säften von regionalen Mostereien.

© dpa
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