Enercity appelliert: Mehr Energie sparen

Der hannoversche Regionalversorger Enercity hat Haushalte und Industrie aufgerufen, in Vorbereitung des Winters mehr Energie einzusparen. Bis zum September seien die Verbräuche relativ hoch gewesen, sagte Vorstandschefin Susanna Zapreva am Mittwoch. «Uns macht es große Sorgen, dass Hannover nicht im Plan liegt.» Nach den Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines gebe es nun zudem ziemliche Gewissheit, dass die nach Europa gelieferten russischen Gasmengen sehr gering oder ganz weg bleiben dürften. Auch deshalb müsse man «noch mehr Energie sparen, damit wir gut durch den Winter kommen».
Der eingeschaltete Schutzschalter einer Mehrfachsteckdose leuchtet rot. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Die Geschäftsentwicklung bei Enercity - einem der größten kommunalen Versorger in Deutschland - verlief im ersten Halbjahr 2022 ungeachtet der Schocks an den Energiemärkten durch den Ukraine-Krieg solide. «Uns gelang es weiterhin, Kunden zu gewinnen», berichtete Zapreva. Die gehandelten Strom- und Gasmengen gingen zurück, der Umsatz zog jedoch auf mehr als das Doppelte an (knapp 4,3 Milliarden Euro) und das Betriebsergebnis um rund ein Drittel auf etwa 132 Millionen Euro. Ein wesentlicher Faktor waren die generellen Preiszuwächse am Markt.

Vorstandsmitglied Marc Hansmann sprach von erfreulichen Zahlen. «Aber gleichzeitig müssen wir sagen: Die Risiken in der Energiewelt sind deutlich gestiegen.» Seit einigen Wochen werde das Enercity-Gaskraftwerk im Stadtteil Linden wieder mehr genutzt. Es war wegen der politischen Vorgaben zur Reservierung von Erdgas für Heiz- und Industriezwecke im Sommer stark heruntergefahren worden. «Es läuft rund um die Uhr», sagte Hansmann. Grund sei, dass auch fossile Anlagen aufgrund des Ausfalls französischer Atomkraftwerke zur Netzstabilisierung benötigt werden.

Enercity will die erneuerbaren Energien weiter ausbauen. Als Ersatz für die Stilllegung des zweiten Blocks im Kohlekraftwerk Stöcken ab 2024 sollen Geothermie, große Wärmepumpen und Müllverbrennung zum Einsatz kommen. Auch aus Biomasse und Klärschlamm soll Wärme gewonnen werden. Außerdem gibt es Solarprojekte wie ein 100-Megawatt-Vorhaben in Zethau (Sachsen) und einen 45-Megawatt-Windpark im Kreis Minden-Lübbecke (NRW), dessen Bau noch im Oktober starten soll. In der Stromerzeugung liegt der Anteil regenerativer Träger bei Enercity derzeit bei knapp 38 Prozent, in der Wärmeversorgung bei 19 Prozent.

© dpa
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