Geplante Leihmutterschaft? Streit zwischen Kantor und Kirche

Im Frühjahr wird einem bekannten Domkantor fristlos gekündigt. Die Kirche sieht im Plan für eine mögliche Leihmutterschaft im Ausland einen Widerspruch zu ihren ethischen Grundsätzen. Gegen seinen Rauswurf wehrt sich der Musiker nun aber vor Gericht.
Gerd-Peter Münden (l) und sein Mann Esteban Builes-Münden stehen vor dem Braunschweiger Dom. © Ole Spata/dpa

Hat der Plan für eine Leihmutterschaft in Kolumbien zum Rauswurf eines Kantors aus der Kirche geführt? Der juristische Streit zwischen dem Kirchenmusiker Gerd-Peter Münden und der evangelischen Landeskirche Braunschweig um diese Frage wird am Donnerstag fortgesetzt. Das Arbeitsgericht Braunschweig verhandelt heute die Kündigungsschutzklage des 56-Jährigen. Ein erster Gütetermin war im April gescheitert.

Die Kirche hatte Münden im März entlassen, weil er eine Leihmutterschaft in Anspruch nehmen wollte, die nach Auffassung der Landeskirche kommerzieller Art ist, wie ein Sprecher sagte. Man habe in dem Vorhaben die Loyalitätspflicht gegenüber der Kirche verletzt gesehen, sagte der Sprecher. Die Kirche begründete ihr Vorgehen auch mit der überregionale Bekanntheit des Kantors, auch durch das bundesweite Schulprojekt «Klasse! Wir Singen».

Münden wehrt sich und wirft der Gemeinde vor, selbst für die Verbreitung des Falls gesorgt zu haben - per E-Mail an über 600 Menschen, darunter auch Minderjährige. Er klage auf Wiedereinstellung und Entschädigung, sagte er vor der Verhandlung der dpa. Er sehe sich in seiner Reputation und möglicherweise auch wirtschaftlich schwer geschädigt. Im Falle einer etwaigen einvernehmlichen Lösung müsse es für ihn auch um Rehabilitation und Kompensation gehen.

In Hinweisen zum Thema Leihmutterschaft beschreibt das Auswärtige Amt, dass in Deutschland entsprechende Tätigkeiten von Ärzten verboten sind. Auch die Vermittlung sei unter Strafe gestellt. Sogenannte Wunscheltern machen sich demnach aber nicht strafbar. Im Ausland gelten laut Auswärtigem Amt unterschiedliche Regeln zur Leihmutterschaft. In einigen Ländern sei sie teils mit bestimmten Einschränkungen erlaubt, in anderen Staaten verboten.

© dpa
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