Mehr häusliche Gewalt in Bremen im zweiten Corona-Jahr 2021

14.04.2022 Die Zahl registrierter Straftaten in Deutschland sinkt seit einigen Jahren, auch das kleinste Bundesland Bremen macht keine Ausnahme. Corona beeinflusst die Statistik 2021 positiv wie negativ.

Ulrich Mäurer (SPD), Innensenator von Bremen, spricht bei einer Pressekonferenz. © Sina Schuldt/dpa

Die Polizei in Bremen hat im zweiten Corona-Jahr 2021 einen weiteren Anstieg von Fällen häuslicher Gewalt registriert. Nach einem auffälligen Anstieg schon 2020 wurden im vergangenen Jahr in der Stadt Bremen noch einmal 8,6 Prozent mehr Taten verzeichnet. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Donnerstag vorstellte. Die Bremer Polizei schloss Ermittlungen zu 2339 Fällen ab. In Bremerhaven stieg die Zahl von 487 Fällen häuslicher Gewalt 2020 auf 571 Fälle 2021.

Der Stresspegel in den Familien habe «zu einer angespannten, aggressiven Dauerstimmung geführt, die sich schließlich bei einigen in Gewaltausbrüchen ihren Weg bahnte», sagte Mäurer. Zu befürchten sei, dass es eine hohe Dunkelziffer gebe. Die Polizei bemühe sich um einen besseren Schutz gerade für Frauen und verbessere die Zusammenarbeit mit Beratungsstellen und Behörden, um «wichtige Informationen zum Schutz der Betroffenen» zu bündeln.

«Die vorgelegten Zahlen zu den Kriminaldeliktfeldern «Häusliche Gewalt» sowie «Vergewaltigung und sexueller Nötigung/Übergriffe» bestätigen unsere schlimmsten Befürchtungen», sagte Bremens Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm. Sexualdelikte gegen Erwachsene erreichten mit 128 registrierten Taten 2021 wieder den hohen Stand von 2017.

Bei anderen Delikten brachte Corona einen Rückgang. Weil viele Menschen ständig zuhause waren, sank die Zahl der Wohnungseinbrüche um 22 Prozent. In 470 Fällen waren die Einbrecher trotzdem erfolgreich. Aber eine noch größere Zahl von versuchten Einbrüchen scheiterte den Angaben nach. Auch Ladendiebstähle nahmen 2021 um 28 Prozent auf 3411 Fälle ab.

Entsprechend dem Trend der vergangenen Jahre in Deutschland nahm die Gesamtzahl der registrierten Delikte auch im kleinsten Bundesland weiter ab. Die Zahl sank 2021 um sechs Prozent auf 76.000 Taten. Die Bremer Aufklärungsquote ging nach dem Rekordhoch von 51,5 Prozent leicht auf 48,9 Prozent zurück. In Bremen wurden 7 Menschen ermordet, es gab 32 Mordversuche. In Bremerhaven gab es sechs versuchte Morde.

© dpa

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