Großbrand auf Betriebsgelände: Millionenschaden befürchtet

Die Sirenen reißen viele Anwohner aus dem Schlaf. Auf einem Betriebsgelände in Peine brennen Lagerhallen, und die Flammen bedrohen angrenzende Häuser. Anrückende Feuerwehrleute erkennen das Ausmaß schnell und ordern Einsatzkräfte nach.
Eine große Rauchwolke steigt in den Himmel bei einem Brand von mehreren Lagerhallen im Peiner Stadtteil Stederdorf. © Ralf Büchler/dpa

Flammen, eine große Rauchwolke, explodierende Gasflaschen und herumfliegenden Trümmerteile - ein Brand auf einem Betriebsgelände in Peine hat am Montagmorgen einen Großeinsatz ausgelöst. «Das Feuer hat sich extrem schnell auf die Hallen und auch auf angrenzende Wohnhäuser ausgebreitet», sagte Feuerwehrsprecher Jörg Rühle. Trotz sofortiger Löschmaßnahmen und einer massiven Erhöhung der Alarmstufe sei es leider nicht gelungen, ein Wohnhaus und die Lagerhallen zu halten, sagte er.

Bei dem Großbrand auf dem Firmengelände im Stadtteil Stederdorf haben sich nach ersten Erkenntnissen mehrere Menschen nur leichte Blessuren zugezogen. Er sei sehr froh, dass es keinen größeren Personenschaden gegeben habe, sagte Peines Bürgermeister Klaus Saemann der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe lediglich leicht verletzte Anwohner und Einsatzkräfte, sagte er. Erste Schätzungen gehen von einem Gesamtschaden von mindestens fünf Millionen Euro aus.

Das Feuer wurde gegen 5.00 Uhr entdeckt, beim Eintreffen der Kräfte war hinter einer Halle Rauchentwicklung und auch Feuerschein zu sehen, wie Feuerwehrsprecher Rühle sagte. Es handele sich um drei große Hallen und mehrere betroffene Häuser, von denen eins auch ausgebrannt sei. Ortsbürgermeister Holger Hahn berichtete, dass elf Menschen aus angrenzenden Häusern gerettet worden seien. Die meisten kommen ihm zufolge kurzfristig bei Verwandten und Freunden unter, eine Person müsse untergebracht werden.

«Der Auslöser für das Feuer ist noch völlig unklar», sagte Feuerwehrsprecher Rühle. Die Polizei sei vor Ort und werde - sobald es möglich sei - die Ermittlungen zur Brandursache aufnehmen. In den Hallen waren ihm zufolge verschiedene Betriebe ansässig. «Ein Dachdecker, eine Tischlerei und ein Metallbauer», zählte Rühle auf. Auch Wohnwagen hätten dort gestanden, wo Gasflaschen zum Teil explodiert seien. «Eine Gasflasche ist auch über den Hof geflogen, glücklicherweise ist davon niemand verletzt worden», sagte Rühle.

Einige Anwohner und betroffene Mitarbeiter der Firmen verfolgten am Mittag die aufwendigen Löscharbeiten auf dem Gelände eines ehemaligen Sägewerks mit viel Fachwerk. «Es war nicht möglich, im sogenannten Innenangriff in die Gebäude und Hallen reinzugehen», sagte Feuerwehrsprecher Rühle. Das sei aufgrund der Einsturzgefahr und der Gasflaschen viel zu gefährlich. Die Feuerwehr musste demnach zunächst benachbarte Gebäude schützen. Die eigentliche Brandbekämpfung auch über Drehleitern von oben konnte erst aufgenommen werden, nachdem Verstärkung vor Ort war. Insgesamt waren etwa 250 Kräfte dort.

Der Einsatz rund um das nahezu komplett niedergebrannte Gelände werde sich nach Einschätzung der Feuerwehr noch sehr lange hinziehen. Kleinere Brandnester müssten abgelöscht werden. Schweres Gerät wurde für die Räumung organisiert. Im Anschluss soll zumindest eine Brandwache das Wiederaufflammen von Glutnestern verhindern. Es konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden, dass es weitere Gasflaschen in der Brandstelle gibt, die möglicherweise explodieren könnten. «Es gilt daher weiterhin, sehr vorsichtig und sorgsam unterwegs zu sein», sagte Ortsbürgermeister Hahn.

© dpa
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