Grüne stellen Kultusminister Tonne Zeugnis aus

Am Mittwoch ist der letzte Schultag in Niedersachsen vor den Sommerferien. Die Grünen im Landtag sehen die Politik von Kultusminister Tonne in mehreren Punkten kritisch. Doch die Oppositionsfraktion findet auch lobende Worte.
Grant Hendrik Tonne spricht in der Landespressekonferenz im niedersächsischen Landtag. © Moritz Frankenberg/dpa/Archivbild

Die Bildungspolitik von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) in diesem Schuljahr stößt bei den Grünen auf überwiegend negatives Echo. «Die Schulen stehen derzeit vor riesigen Herausforderungen, denen Minister Tonne nicht durch ausreichende Maßnahmen begegnet», sagte die Grüne-Fraktionsvorsitzende Julia Willie Hamburg am Dienstag auf dpa-Anfrage. Am Mittwoch ist der letzte Schultag in Niedersachsen vor den Ferien.

Auch durch die schlechte Unterrichtsversorgung spitze sich die Lage an den Schulen zu. In diesem Schuljahr erreichte die Unterrichtsversorgung den niedrigsten Wert seit 19 Jahren. Hamburg fordert den Ausbau multiprofessioneller Teams und verlässliche finanzielle Grundlagen dafür. Das jüngst von Tonne vorgelegte Maßnahmenpaket werde nicht die nötige Wirkung entfalten.

Niedersachsen will mit dem Paket Hunderte dringend benötigte neue Lehrerinnen und Lehrer anwerben. So wird die Zahl der zum neuen Schuljahr zu besetzenden Vollzeitstellen um weitere 730 auf rund 2300 angehoben.

Mit Blick auf die Politik in der Corona-Pandemie erhielt Tonne aber auch Lob von der Oppositionspolitikerin. «Es war gut, dass er in der Corona-Pandemie Schulleitungen von Grundschulen entlastet hat und diese Entlastung jetzt nach Protest auch beibehält.» Es sei zudem positiv zu bewerten, dass es in Niedersachsen lange eine Testpflicht und Testangebote für die Schulen gegeben habe. Hamburg bekräftigte ihre Forderung nach mehr Lüftungssystemen an Schulen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßte das Maßnahmenpaket. Es löse allerdings nicht einmal die ärgsten Nöte der Unterrichtsversorgung an den Schulen, sagte der GEW-Landesvorsitzende Stefan Störmer. Mit Blick auf die Corona-Pandemie erläuterte er: «Es ist ersichtlich, dass das tägliche Testkonzept nach den Ferien die Sicherheit in den Schulen erheblich erhöhte. Flächendeckende Schulschließungen konnten so vermieden werden.» Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte äußerte sich ähnlich.

© dpa
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