Bundesumweltministerin Lemke gegen Gasförderung vor Borkum

Der Schutz des Wattenmeeres ist Thema einer Konferenz mit Vertretern aus Deutschland, Dänemark und den Niederlanden. Bundesumweltministerin Lemke sagte ihre Teilnahme ab - aber sie hat klare Vorstellungen, was die Gasförderung in der Nordsee betrifft.
Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, spricht im Bundestag. © Kay Nietfeld/dpa

Zu Beginn der Wattenmeerkonferenz am Montag in Wilhelmshaven hat sich Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) für ein Aus der niederländischen Gasförderpläne vor dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer stark gemacht. «Am besten wäre es, das Gasförderprojekt zu stoppen», sagte Lemke der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Sie bezog sich auf Pläne des niederländischen Unternehmens One-Dyas, ab Ende 2024 aus einem Feld zwischen der niederländischen Insel Schiermonnikoog und der ostfriesischen Insel Borkum Gas zu fördern.

Gefördert werden soll sowohl in niederländischen als auch in deutschen Hoheitsgebieten. Die niederländischen Behörden gaben im Juni grünes Licht für die Förderung. Für die Förderung auf deutscher Seite ist noch das Planfeststellungsverfahren notwendig.

«Es geht nicht an, dass das wertvolle Ökosystem Wattenmeer geschädigt und sein Unesco-Status aufs Spiel gesetzt wird, um für einige wenige Jahre Erdgas zu fördern», unterstrich Lemke. Wenn ein Stopp des Projektes «wegen des gewaltigen Drucks durch die Energiekrise nicht mehr gelingt, muss ohne Wenn und Aber Tag und Nacht gewährleistet sein, dass der Schutz des Wattenmeeres Vorrang hat.» Sie hoffe dabei auf ein eindeutiges Bekenntnis der Niederlande.

Vertreter Deutschlands, Dänemarks und der Niederlande kamen am Montag in Wilhelmshaven zur viertägigen 14. Wattenmeerkonferenz zusammen. Gastgeberland Niedersachsen erwartet rund 250 Teilnehmer. Lemke sagte ihre Teilnahme wegen einer Corona-Erkrankung kurzfristig ab. Bei der Konferenz wollen die Teilnehmenden unter anderem über Maßnahmen zum Schutz des Wattenmeeres vor Klimawandelfolgen und über den Nutzen des Meeres für den natürlichen Klimaschutz diskutieren.

Die drei Wattenmeeranrainer arbeiten seit 1978 zusammen. Auf der Konferenz, die alle vier Jahre stattfindet, soll bis zum Donnerstag (1. Dezember) das Handlungsprogramm für die nächsten Jahre abgestimmt werden.

© dpa
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