Fischerei-Verband trotz stabiler Bestände in Sorge

04.07.2022 Angesichts günstiger Entwicklungen bei einigen Fischbeständen hoffen die Nordseefischer auf größere Fangmengen im nächsten Jahr. Dennoch werde die wirtschaftliche Lage für die Betriebe schwieriger, erklärte der Deutsche Fischerei-Verband am Montag. Die stark gestiegenen Treibstoffkosten belasteten die Betriebe in einigen Sparten erheblich. Die Kostensteigerung lasse sich auf dem Markt nicht mit adäquaten Preiserhöhungen ausgleichen. Erschwerend komme hinzu, dass neue Offshore-Windparks und Forderungen von Naturschützern nach weiteren Schutzgebieten die Wirtschaftlichkeit der Fischerei weiter beeinträchtigten.

Ein Fischer bringt am frühen Morgen seine Netze in der Ostsee bei Timmendorfer Strand aus. © Christian Charisius/dpa/Archivbild

Erfreut reagierte der Verband auf jüngste Bestandsschätzungen und wissenschaftliche Fangempfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES). Demnach könnten 2023 in der Nordsee rund 23.000 Tonnen Kabeljau gefangen werden und damit 44 Prozent mehr als in diesem Jahr. Bei Seelachs gebe es ein Plus von fast 19 Prozent auf etwa 59.000 Tonnen und bei Scholle von nahezu 6 Prozent auf 151.000 Tonnen. Rückgänge werden bei Seezunge (9150 Tonnen/minus 40 Prozent) und Hering (442 000 Tonnen/minus 5,6 Prozent) empfohlen.

«Besonders positiv für die deutsche Kutterfischerei ist die empfohlene Quotensteigerung beim Kabeljau», kommentierte der Fischerei-Verband. Im nördlichen Teil seines Verbreitungsgebietes beobachte die Fischerei seit Jahren eine gute Bestandsentwicklung. Dieser Eindruck bestätige sich jetzt auch in der wissenschaftlichen Fangempfehlung.

Anhand der Empfehlungen des ICES wird die EU-Kommission einen Vorschlag für die Fangquoten im nächsten Jahr erarbeiten, der dann den Mitgliedstaaten übermittelt wird. Endgültig legt der EU-Ministerrat die Quoten für 2023 im Dezember fest.

© dpa

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