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Nach Hundekot-Angriff: Proben vorerst ohne Goecke

Kommt er oder kommt er nicht? Hannovers Opernintendantin Berman macht klar: Ex-Ballettchef Goecke wird nicht für Wiederaufnahmen seiner Stücke mit dem Ensemble proben. Die Hundekot-Attacke wirkt nach. Dabei ist der Staatsoper nach Feiern zumute - das hat einen Grund.
Marco Goecke
Marco Goecke, damals designierter Ballettdirektor der Staatsoper Hannover, steht im Foyer der Staatsoper. © Christophe Gateau/dpa/Archiv

Die Türen der Staatsoper Hannover bleiben für Marco Goecke verschlossen: Nach seiner Hundekot-Attacke muss der frühere Ballettchef auf die Probenarbeit mit dem Ensemble bei Wiederaufnahmen seiner Stücke an der Staatsoper vorerst verzichten. Sie sehe die Möglichkeit, künftig mit Goecke zusammenzuarbeiten - dies sei aber «nicht der richtige Zeitpunkt», sagte Staatsopernintendantin Laura Berman am Donnerstag am Rande der Eröffnung der neuen Werkstätten des Staatstheaters. Laut Theater handelt es sich um «die modernsten und fortschrittlichsten Theaterwerkstätten im deutschsprachigen Raum».

Berman sagte zur Causa Goecke, sie teile «die Bedenken des Ministers», es sei auch nicht über einen Vertrag nachgedacht worden. Niedersachsens Kulturminister Falko Mohrs hatte es als «inakzeptabel» bezeichnet, dass der Choreograf an der Staatsoper arbeiten soll - und bekräftigte dies am Donnerstag. Die Vertragsauflösung sei richtig gewesen, es liege ihm am Herzen, dass das Staatstheater in gutem Licht erscheine, sagte der SPD-Politiker. Zuvor hatte die Staatsoper mitgeteilt, Goecke werde als Gast an der Wiedereinstudierung seiner Stücke beteiligt sein und mit dem Ballettensemble arbeiten.

Der damalige Chefchoreograf und Ballettdirektor Goecke hatte im Februar im Foyer des Opernhauses eine Kritikerin mit Hundekot beschmiert. Zuvor hatte er der Journalistin vorgeworfen, immer «schlimme, persönliche» Kritiken zu schreiben. Das Staatstheater trennte sich nach dem Angriff von ihm.

In einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» hatte Goecke gesagt, er bereue seine Attacke: «Es ist tragisch, was passiert ist, und auch zu bereuen». Er litt seinen Angaben zufolge vor dem Vorfall an einem Burnout. Dieses Interview sei überraschend gewesen, sagte Berman. Sie betonte aber auch, dass ein Choreograph die Aufführungsrechte an seinen Stücken habe.

Für die künftigen Aufführungen bekam das Staatstheater nach drei Jahren Bauzeit neue Werkstätten. Die Kosten für den Neubau werden sich den Angaben zufolge auf rund 38 Millionen Euro belaufen - ursprünglich waren 26,5 Millionen Euro angepeilt worden. Getragen wird dies von der Niedersächsischen Staatstheater Hannover GmbH, deren einziger Gesellschafter das Land Niedersachsen ist. Minister Mohrs sprach von einer «langfristig wirkenden Zukunftsinvestition». Die Eröffnung des neuen Werkstattgebäudes sei ein «historischer Meilenstein in der Geschichte des Theaters in Hannover». Sowohl das Schauspiel als auch die Staatsoper erhielten so die Grundlage für eine neue Qualität der Bühnendekorationen.

Schauspiel-Intendantin Sonja Anders nannte den Neubau eine «richtige Traumfabrik», Opernintendantin Berman meinte: «Der neue Werkstattkomplex trägt uns wie auf einer Welle in die Zukunft.» Das Gelände im Stadtteil Bornum gehört dem Land und beherbergt bereits die Probebühnen und das Kulissenlager des Staatstheaters. In den Werkstätten mit einer Fläche von rund 10.900 Quadratmetern arbeiten 75 Menschen an rund 40 Bühnenbildern pro Jahr. Es gibt etwa eine Tischlerei, eine Schlosserei, eine Dekowerkstatt und einen Malsaal, außerdem eine Montagehalle.

Bisher waren die Theaterwerkstätten den Angaben zufolge in einem viel zu kleinen Gebäude hinter der Stadtbibliothek untergebracht: Das 1928 errichtete Gebäude sei sanierungsbedürftig und technisch veraltet. Es fehle an Hebe- und Ladetechnik, bisher seien alle Materialien weitgehend per Hand bewegt worden, sagte der kaufmännische Geschäftsführer Jürgen Braasch. «Wir verarbeiten jährlich etwa 75 Tonnen Stahl, 40.000 Meter Holzlatten und 10.500 Quadratmeter Plattenwerkstoffe.»

© dpa
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