Feuerwehr fordert bessere Rahmenbedingungen

Der Brand am Brocken ist nach Einschätzung des Landrats des Harzes einer der schlimmsten der vergangenen Jahrzehnte gewesen. Das Feuer habe große Lücken in der Brandvorsorge offenbart, bilanzieren Experten.
Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse während einer Pressekonferenz zum Abschluss des Waldbrandes am Brocken. © Matthias Bein/dpa

Die Feuerwehr in Sachsen-Anhalt und der Landrat des Harzes haben nach dem Großbrand am Brocken konzeptionelle Reformen bei der Brandbekämpfung in Sachsen-Anhalt gefordert. Viele Forderungen der Feuerwehr seien seit Jahren unberücksichtigt, sagte der Chef der Landesfeuerwehr, Kai-Uwe Lohse, am Montag in Wernigerode. Der Brand im Harz habe erneut die Schwächen bei der Bekämpfung von Feuern offengelegt.

Der Chef der Landesfeuerwehr stellte mehrere Forderungen vor: So müssten Schneisen und befahrbare Wege in brandgefährdeten Gebieten angelegt werden. Auch das frühe Erkennen von Bränden mit Kameras und Sensoren müsse verbessert werden. Zudem sei die Versorgung mit Löschwasser teilweise desolat. Er könne nicht verstehen, warum so wenig getan wurde in den vergangenen Jahren, sagte Lohse. «Wir stehen hier auf der Stelle.»

Ein weiterer Punkt sei die Versorgung mit Löschflugzeugen und Löschhubschraubern. Hierbei könnte es eine Kooperation mit angrenzenden Bundesländern geben, sagte Lohse. Die Feuerwehr in Sachsen-Anhalt hat keine eigenen Hubschrauber oder Flugzeuge. Es brauche neue Ideen und Konzepte, wie man aus der Luft einen schnell einsatzfähigen Verbund schaffe, sagte Lohse. «Hier wurde bisher nicht miteinander gesprochen.»

Sachsen-Anhalts Forstminister Sven Schulze forderte, bei einem möglichen Ausbau der EU-weiten Löschflugzeugflotte einen Stützpunkt in Deutschland. Sollte sich Europa dazu entscheiden, die Staffel zu erweitern, sei es angebracht, darüber nachzudenken, einen solchen Stützpunkt in Deutschland zu schaffen, sagte der CDU-Politiker am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Laut dem ehemaligen Europaabgeordneten solle darüber auf EU-Ebene zumindest diskutiert werden. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte vergangene Woche bereits einen Ausbau der Staffel gefordert.

Vergangene Woche waren am Brocken etwa 160 Hektar Wald abgebrannt. Die Brandbekämpfung mit mehr als 1800 Kräften dauerte mehr als eine Woche. Insgesamt waren in dem steilen und zum Teil schwer zugänglichen Gebiet elf Löschhubschrauber, zwei Löschflugzeuge und zwei Drohnen im Einsatz. Drei Millionen Liter Wasser wurden laut Lohse pro Tag verbraucht. Die Kosten hätten bei etwa 800 000 Euro pro Tag gelegen.

Diskutiert wird auch, ob das Totholz im Harz als brennförderndes Material entfernt werden müsse. Alles könne man nicht herausschleppen, sagte Lohse. Allerdings müssten Schneisen geschlagen werden und für die Einsatzkräfte gefährliches Totholz entfernt werden. Allein das wäre «eine gigantische Menge», sagte Lohse.

© dpa
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