Wünsche im Umbruch: Bayern-Fußballerinnen wollen mehr

Die Fußballerinnen des FC Bayern feiern ihre Meisterschaft mit einem Torfestival - und so noch nicht gesehenen Szenen. Der Erfolg weckt Begehren auf mehr Titel, mehr Fans und größere Stadien.
Bayern München - Turbine Potsdam
Die Spielerinnen von München jubeln über das Tor zum 10:1. © Sven Hoppe/dpa

Den verwinkelten Weg auf den Münchner Rathausbalkon fanden nicht alle Fußballerinnen des FC Bayern sofort. Während die Titelfeier auf dem Marienplatz für die Meistermänner schon zum Alltag am Ende einer Bundesliga-Saison gehört, ließ sich FCB-Stürmerin Georgia Stanway erstmals vor Tausenden rot-weiß gekleideten Fans im Herzen der bayerischen Landeshauptstadt feiern. Als die englische Europameisterin dann vor die Massen trat, gab es aber kein Halten mehr: Stanway schnappte sich das Mikrofon und stimmte den Klassiker «Sweet Caroline» ein - und rund 10 000 sangen mit.

Mit einem Torfestival hatten sich die Münchnerinnen zuvor beim 11:1 gegen Turbine Potsdam zum fünften deutschen Meistertitel der Vereinsgeschichte geschossen. «Es war unfassbar, was hier heute los war», befand Angreiferin Klara Bühl, nachdem sie durch das Spalier der Meistermänner zur Ehrung mit der Schale gegangen war. An das bittere 0:5 im Pokal-Halbfinale gegen den späteren Cupsieger und Vizemeister Wolfsburg dachte in diesem Moment niemand. Auch das Viertelfinal-Aus in der Champions League gegen Arsenal WFC war plötzlich ganz weit weg.

Klar ist aber, dass sich die Münchnerinnen mehr Ertrag in dieser Saison erhofft hatten. Namhafte Neuzugänge könnten bald für mehr Titel sorgen. Ein Double wäre für die Bayern-Frauen Neuland. Von einem Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Königsklassen-Coup ganz zu schweigen. Kommen wird unter anderem Katharina Naschenweng aus Hoffenheim. Auch zwei internationale Top-Spielerinnen vom FC Chelsea werden an der Isar hoch gehandelt: die schwedische Verteidigerin Magdalena Eriksson und die dänische Offensivkraft Pernille Harder, 2018 und 2020 «Europas Fußballerin des Jahres».

Über neue Spielerinnen wollte Meistertrainer Alexander Straus am Sonntag nicht sprechen. Eine Warnung an die Konkurrenz schickte der Norweger trotzdem: «Wir können nächstes Jahr viel besser sein, das ist ein Prozess, den wir gestartet haben», kündigte Straus angriffslustig an. Die Botschaft dürfte sich vor allem an die Wolfsburgerinnen, deren Triple-Traum nach dem Sieg der Bayern ausgeträumt war, gerichtet haben. Das VfL-Team bestreitet aber am kommenden Samstag das Champions-League-Finale gegen den FC Barcelona.

Der FCB-Coach weiß auch, dass ein Umbruch bevorsteht. Neben der japanischen Weltmeisterin von 2011, Saki Kumagai, wurden am Sonntag drei weitere Spielerinnen verabschiedet: Laura Benkarth, Ivana Rudelić und Emelyne Laurent. Auch Abteilungsleiterin Karin Danner übergibt ihr Amt nach 28 Jahren an Sportchefin Bianca Rech.

Und dann ist da ja auch noch der Münchner Wunsch von mehr Gänsehaut-Kulissen in der Allianz Arena. Wie im Dezember, als 24 000 Fans sahen, wie die Frauen das Starensemble des FC Barcelona eindrucksvoll entzauberten. «Wir alle freuen uns riesig über die Entwicklung der FC Bayern-Frauen, und wir werden diesen Weg weitergehen», versprach Münchens neuer Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen, ohne konkret zu werden. FCB-Kapitän Lina Magull wünschte sich «natürlich» mehr solche Spiele in großen Stadien. «Aber erst mal wird gefeiert: singen, tanzen, trinken!»

© dpa ⁄ Jordan Raza und Ulrike John, dpa
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