AfD wählt Spitzenkandidaten für die Landtagswahl

03.07.2022 Die bisherige AfD-Fraktion im niedersächsischen Landtag zerbrach im Streit - kehrt die Partei nach der Landtagswahl wieder in Fraktionsstärke zurück? Um das zu schaffen, bestimmte die Partei ihren Spitzenkandidaten.

Stefan Marzischewski-Drewes, Spitzenkandidat der AfD Niedersachsen für die Landtagswahl im Oktober. © Philipp Schulze/dpa

Die niedersächsische AfD hat den Gifhorner Arzt Stefan Marzischewski-Drewes zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Oktober gewählt. Die 107 Delegierten der Aufstellungsversammlung in Dötlingen im Landkreis Oldenburg bestimmten am Samstag mit großer Mehrheit, dass der 56-Jährige die Landesliste anführen soll. In seiner Rede kritisierte er das Bildungssystem und forderte die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge.

«Stefan Marzischewski ist Niedersachse durch und durch. Er kommt mitten aus dem Berufsleben und weiß um die Probleme und Sorgen der Bürger - auch und gerade um die der Menschen im ländlichen Raum», sagte Frank Rinck, der erst Ende Mai zum neuen Landesvorsitzenden gewählt wurde. Er trat nicht an, weil er bereits ein Bundestagsmandat hat. Als Nummer zwei der Landesliste wurde der stellvertretende Landesvorsitzende, Ansgar Schledde, bestimmt. Der 44 Jahre alte Bauunternehmer und Maurermeister ging in seiner Bewerbungsrede unter anderem auf die Energiewende ein - und sprach sich für die Kernkraft aus.

Mehrere Hundert Polizisten sicherten den Veranstaltungsort. Ohne Einladung konnte niemand das abgesperrte Gelände betreten. Mehr als 100 Menschen hatten sich davor zu einer friedlichen Kundgebung versammelt. Die Aufstellungsversammlung sollte am Sonntag fortgesetzt werden - und auch am kommenden Wochenende.

In den jüngsten Umfragen lag die AfD bei sechs bis sieben Prozent - damit würde sie wieder in Fraktionsstärke in den niedersächsischen Landtag einziehen. Die bisherige AfD-Fraktion war 2020 aufgelöst worden, nachdem drei der neun Mitglieder wegen eines Führungsstreits ausgetreten waren. Die Mindestgröße für eine Fraktion wurde damit unterschritten.

© dpa

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