Bilder von malendem Schwein «Pigcasso» in Hann. Münden

Im Jahr 2016 rettete die Südafrikanerin Joanne Lefson das Schwein «Pigcasso» vor dem Schlachthof. Seitdem lebt die Sau auf dem Gnadenhof der Frau - und ist als Malerin berühmt geworden. Die Bilder des Tieres sind nun erstmals in Deutschland zu sehen.
Ein Buch mit dem Konterfei in der Ausstellung des malenden Schweins "pigcasso" vor Werken. © Swen Pförtner/dpa

In Hann. Münden ist die erste Ausstellung des malenden Schweins «Pigcasso» in Deutschland eröffnet worden. Für die Vernissage am Freitag reiste auch die südafrikanische Halterin des Tieres, Joanne Lefson, in die Dreiflüssestadt. Vom 2. Juli an werden die Bilder bis zum 23. September für die Öffentlichkeit in dem Museum «Dr. Wolfs Wunderkammer» zu sehen sein.

Die vierbeinige Künstlerin selbst war zur Vernissage nicht anwesend - und sie wird aus Tierschutzgründen auch in Zukunft nicht nach Hann. Münden kommen. Damit Besucher dennoch nicht ganz auf die Anwesenheit des Tieres verzichten müssen, finden sie in der Ausstellung originale Pinsel, die das Schwein zum Malen genutzt hat, oder auch echte Borsten des Tieres.

Im Mittelpunkt stehen aber die Kunstwerke der malenden Sau. «Die kann man wohl am ehesten dem abstrakten Expressionismus zuordnen», sagte Museumsbesitzer Daniel Wolf. Er hat die Bilder für die Ausstellung gemeinsam mit seiner Frau Sarah kuratiert. «Uns war wichtig, dass wir das Spektrum der Werke von «Pigcasso» abbilden - also von einfachen kaligrafischen Bildern bis hin zu Farbexplosionen», sagte Sarah Wolf.

Zur Hälfte des Ausstellungszeitraums werden die Werke ausgetauscht, um mehr Bilder zeigen zu können. Denn eigentlich hat das kleine Museum gar keinen Platz für eine Kunstausstellung. Für die «Pigcasso»-Bilder wurde die Wunderkammer extra um einen Raum erweitert. Gerade einmal 57 Quadratmeter ist die Ausstellungsfläche groß. Dennoch ist neben den Malereien von «Pigcasso» noch Platz für Werke anderer Tiere - etwa von einem Pony oder einem Affen -, um Besuchern das Thema Tierkunst näher zu bringen.

Die Ausstellung, die übrigens auch Tiere besuchen dürfen, soll auf Probleme der Massentierhaltung und einen zu hohen Fleischkonsum aufmerksam machen. Die Besitzerin von «Pigcasso» hatte das Tier als einen Monat altes Ferkel vor dem Schlachthof gerettet. Seitdem lebt die rund 500 Kilo schwere Sau auf Lefsons Gnadenhof in Südafrika.

Die Erlöse aus dem Verkauf von Bildern und den Eintrittspreisen teilen sich der Gnadenhof sowie der Trägerverein «Zeitsprünge» des Museums. Im Dezember war ein Bild des Tieres für knapp 26 000 Euro verkauft worden - der höchste jemals gezahlte Betrag für ein Bild eines Tieres.

© dpa
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