Beschäftigte verlangen Inflationsausgleich für Kliniken

Ein Berg an Bürokratie sorgt für Frust bei Medizinern - gleichzeitig mahnt ein Bündnis von Verbänden und Organisationen, dass viele Kliniken in Niedersachsen wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand stehen. Klinikbeschäftigten in Hannover reicht es jetzt.
Beschäftige von Krankenhäusern demonstrieren. © Julian Stratenschulte/dpa

Kliniken in der Krise, Personal überlastet: Klinikbeschäftigte haben auf einer Kundgebung in Hannover von der Politik schnelle Hilfe für Krankenhäuser gefordert. Dazu zählten ein neuer Rettungsschirm und ein Inflationsausgleich. Außerdem verlangten die rund 100 Beschäftigten am Mittwoch vor der Marktkirche, das Personal von unnötiger Bürokratie zu entlasten. Beschäftigte in Krankenhäusern hätten «kein Verständnis mehr dafür, dass ihre Situation nicht ernst genommen und verbessert wird», sagte Helge Engelke, Verbandsdirektor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft.

Engelke mahnte: «Der Bundesgesundheitsminister muss jetzt endlich seiner Verantwortung gerecht werden und handeln.» Aufgerufen zu der Kundgebung hatte die niedersächsische Allianz für die Krankenhäuser, ein Bündnis von 19 Verbänden und Organisationen.

In einer Erklärung hieß es, die Kliniken seien unverschuldet einer wirtschaftlich extrem problematischen Lage ausgesetzt: Viele Krankenhäuser stünden wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand, die Sorge vor drohenden Insolvenzen wachse. Außerdem wurde vor negativen Auswirkungen für die Patientenversorgung «in bisher unbekannter Größenordnung» gewarnt.

Zuvor hatte eine Umfrage der Ärztegewerkschaft Marburger Bund den Frust der Mediziner und ihre Überlastung gezeigt. Der bürokratische Aufwand rund um die Patientendokumentation war ein wichtiger Kritikpunkt: Fast ein Drittel der Befragten verliert nach eigenen Angaben mit dem «Papierkram» täglich vier Stunden und mehr. Angesichts der Überlastung denkt gut ein Fünftel der Klinikmediziner im Land der Umfrage zufolge darüber nach, den Beruf aufzugeben.

Die Allianz forderte einen sofortigen Inflationsausgleich für Kliniken - nicht nur die Energiepreise seien massiv gestiegen, sondern auch die Kosten für Lebensmittel und Medizinprodukte. Auch bleibe ein Corona-Rettungsschirm notwendig - es sei unverständlich, dass Mitte 2022 alle Corona-Hilfen gestrichen worden seien. Die Kliniken hätten nach wie vor coronabedingt hohe Mehrkosten und Erlösausfälle.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Fußball-WM: Südkorea düpiert Ronaldo und folgt Portugal ins WM-Achtelfinale
People news
Internet: Twitter sperrt Kanye West erneut
Reise
Gestörte Zugverbindungen: Bahnstreik in Frankreich bremst Verkehr nach Deutschland aus
Musik news
Musik: Mariah Carey und Wham! erobern die Charts
People news
Leute: Sänger Marc Marshall trägt jetzt Regenbogenbart
Handy ratgeber & tests
Featured: Waagen-Apps für Apple Watch: Diese synchronisieren sich mit dem iPhone
Das beste netz deutschlands
Warntag: Ist Cell Broadcast auf Ihrem Smartphone aktiv?
Auto news
Auf dem Prüfstand: ADAC: Synthetische Kraftstoffe im Test ohne Probleme
Empfehlungen der Redaktion
Regional niedersachsen & bremen
Gesundheit: Ärztepräsidentin: Bürokratieabbau in Praxis und Klinik
Regional hamburg & schleswig holstein
Kampagne: Kliniken schlagen Alarm: Forderung nach Inflationsausgleich
Regional rheinland pfalz & saarland
Inzidenz: Corona-Zahlen sinken: Saarland führt Statistik aber noch an
Regional thüringen
Gesundheitssystem: Inflation und Energiepreise gefährden Patientenversorgung
Inland
Gesundheitsversorgung: Regierung will Krankenpflege entlasten - Protest in Kliniken
Regional baden württemberg
Personal: Zu wenig Fachkräfte: Krankenhausgesellschaft schlägt Alarm
Regional niedersachsen & bremen
Energieversorgung: Land will Krankenhäuser in Energiekrise stützen
Regional niedersachsen & bremen
Inflation: Krankenhäuser von Energiepreisexplosion hart getroffen