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Kokain-Schmuggel: «Teufel» soll Aktion geplant haben

Ein Container mit Kokain kommt in Bremerhaven an. Die Drogen sollen vom Hafengelände geschmuggelt werden - doch die Aktion fliegt auf. Mutmaßliche Hintermänner und ihre mutmaßlichen Helfer stehen seit Montag vor Gericht.
Prozess um Kokain-Schmuggel am Containerhafen
Verteidiger Phillip Kaiser (l) spricht beim Prozessauftakt mit einem der Angeklagten. © Focke Strangmann/dpa

In einem Prozess um Kokain-Schmuggel am Containerhafen in Bremerhaven haben sich vier mutmaßliche Hintermänner am Montag nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die Männer zwischen 22 und 35 Jahren, die aus dem hessischen Bad Hersfeld nördlich von Fulda stammen, sollen rund 37 Kilogramm Kokain aus einem Kühlcontainer haben holen lassen. Dazu sollen sie mit vier anderen mutmaßlichen Tätern zusammengearbeitet haben, die ebenfalls seit Montag in einem abgetrennten Verfahren vor Gericht stehen. Über die Häfen Bremerhavens wird Kokain nach Deutschland geschmuggelt.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern die gemeinschaftliche Einfuhr von Betäubungsmitteln vor. Einer der Angeklagten, der auf Deutsch übersetzt den Spitznamen «Teufel» haben soll, habe die Sicherstellung des Kokains in die Wege geleitet und abgestimmt. Zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat saß der 30-Jährige in einer Therapieeinrichtung ein. Warum er sich dort befand, wurde am Montag nicht besprochen.

Die mutmaßliche Tat soll sich Anfang April ereignet haben. Der genaue Ablauf der Aktion blieb beim Prozessauftakt unklar. Laut Anklagesatz fanden sich drei der mutmaßlichen Hintermänner mit zwei Autos in Bremerhaven ein. Einer von ihnen, ein 24 Jahre alter Mann, soll mit einem Wagen von Bad Hersfeld nach Bremerhaven gefahren sein. Der Containerhafen wurde zunächst ausgekundschaftet, wie es vor Gericht hieß.

In Bremerhaven seien dann Taschen mit Werkzeug an vier mutmaßliche Helfer übergeben worden. Die vier sind laut Mitteilung des Gerichts mittlerweile zwischen 17 und 22 Jahre alt. Der Prozess gegen sie wird vor der Jugendkammer des Gerichts verhandelt. Zwei von ihnen kletterten dem Gericht zufolge über einen Zaun des Hafengeländes, öffneten den Container und entnahmen das Kokain.

Ein Mitarbeiter des Containerumschlagunternehmens North Sea Terminal Bremerhaven bemerkte den Vorgang und alarmierte unter anderem den Zoll, wie die Staatsanwältin sagte. Zwei der mutmaßlichen Helfer wurden auf dem Hafengelände festgenommen.

Die zwei weiteren flohen mit zwei der mutmaßlichen Hintermänner in einem Auto. Nur wenige Kilometer entfernt, nördlich von Bremerhaven in Imsum (Landkreis Cuxhaven), wurden sie am Sportplatz des TSV Imsum vorläufig festgenommen. Dem 24-Jährigen, der in einem anderen Wagen unterwegs war, gelang zunächst die Flucht. Er wurde dann bei einer Zollkontrolle ebenfalls vorläufig festgenommen.

Am Montag wurde zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung eine sogenannte Verständigung besprochen. Ein Bestandteil einer Verständigung soll ein Geständnis sein. Angeklagte können wiederum auf eine mildere Strafe hoffen. Es wurde sich nicht auf eine Verständigung geeinigt. Der Prozess soll am Freitag fortgesetzt werden.

Internationale Verbrecherbanden nutzen See-Container, um Drogen - vor allem Kokain - in die EU zu schleusen. In den Seehäfen der EU kommen nach Angaben von Europol, dem Europäischen Polizeiamt, jährlich mehr als 90 Millionen Container an. Nur etwa zwei bis zehn Prozent von ihnen werden händisch durchsucht.

Im vergangenen Jahr stellten Zöllner in der sogenannten Freizone Bremerhaven, in der überwiegend Container umgeschlagen werden, rund 1,3 Tonnen Kokain sicher. Das geht aus der Jahresbilanz des Hauptzollamts Bremen hervor.

© dpa
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