Bremen landet bei Bildungsstudie auf letztem Platz

Kein Bundesland schneidet bei der Bildung schlechter ab als Bremen - so beschreibt es eine Studie. Doch bei der Digitalisierung ist der Zwei-Städte-Staat Spitzenreiter.
Eine Lehrerin schreibt in einer Schule an die Tafel. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Bremen hat laut einer aktuellen Erhebung das schlechteste Bildungssystem in Deutschland. Über das beste verfügt Sachsen, gefolgt von Bayern und Thüringen. Niedersachsen landete in der Vergleichsstudie «Bildungsmonitor» auf dem achten Platz, wie die wirtschaftsnahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) am Mittwoch mitteilte.

Trotz des schlechten Gesamtabschneidens belegt Bremen in der Kategorie Digitalisierung den ersten Platz. Die Verfügbarkeit von schnellem WLAN an Bremer Schulen ist der Studie zufolge «relativ gut». Zudem weist der Zwei-Städte-Staat gemessen an der Zahl der Erwerbstätigen etwa doppelt so viele Ausbildungsverträge im IT-Bereich auf als im Bundesdurchschnitt. Auch die Zahl der IT-Hochschulabsolventen ist im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich.

Die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wird seit 2004 jährlich veröffentlicht. Sie wird im Auftrag der von der Metall- und Elektro-Industrie finanzierten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) durchgeführt. Die Initiative beschreibt sich selbst als überparteiliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Die Autorin und Autoren nehmen dabei nach eigenen Angaben eine bildungsökonomische Sichtweise ein und bewerten, inwiefern die Bundesländer Bildungsarmut reduzieren, zur Fachkräftesicherung beitragen und Wachstum fördern. «In fast der Hälfte der Bundesländer haben sich die Bildungssysteme seit 2013 unterm Strich verschlechtert», sagte der Geschäftsführer der INSM, Hubertus Pellengahr.

Bremens letzter Platz löste bei Verbänden Kritik aus. Von einem «Trauerspiel mit Ansage» sprach Peter Golinski, Geschäftsführer Bildung und Arbeitsmarkt der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord. Rang 16 sei erneut ein «desaströses Zeugnis für die Bremer Bildungspolitik», sagte Peter Bollhagen, der Landesvorsitzende des Verbands Die Familienunternehmer. «Damit riskieren wir nicht nur unsere Position als Wirtschaftsstandort, sondern gefährden auch die Zukunft der jungen Menschen.»

«Kein Bundesland hat mehr an Boden gegenüber dem ersten Bildungsmonitor von 2013 verloren als Bremen», kritisierte die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Yvonne Averwerser. «Die sozialdemokratische Bildungspolitik lässt damit die nächste Generation von Schülerinnen und Schülern im Stich.»

© dpa
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