Pistorius: Unterbringung von Geflüchteten Herausforderung

Zuletzt kamen wieder mehr Menschen aus der Ukraine in Niedersachsen an. Innenminister Boris Pistorius will bei der Unterbringung nachbessern.
Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius spricht während einer Pressekonferenz. © Michael Matthey/dpa/Archivbild

In der Unterbringung von Geflüchteten sieht Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) weiter große Herausforderungen. «Nach wie vor kommen vergleichsweise viele Menschen nach Deutschland und Niedersachsen, um hier Schutz zu suchen. Aus der Ukraine und auch vielen anderen Teilen der Welt», sagte Pistorius der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. «Da wir diese Situation jetzt schon über einen relativ langen Zeitraum erleben, fehlen mancherorts Unterbringungsmöglichkeiten.»

Der Innenminister bekräftigte, dass in Kürze mit weiteren 1400 Plätzen ein gewisser Puffer geschaffen werden soll. In dieser Woche wurde bekannt, dass die Landesaufnahmebehörde wegen des anhaltenden Zugangs ihre Kapazitäten um 1400 Plätze aufstockt. Dafür wird demnach etwa die ehemalige Bundesgrenzschutz-Kaserne in Bad Bodenteich (Landkreis Uelzen) vorbereitet. Dieser Standort wurde bereits 2015/16 für die Unterbringung von geflüchteten Menschen genutzt und dient seitdem als Reserve.

Eigenen Angaben zufolge hat die niedersächsische Landesaufnahmebehörde bislang rund 5100 Betten an sieben Standorten. Laut Innenministerium sind diese Kapazitäten derzeit voll ausgelastet. Der größte Standort ist Bad Fallingbostel-Oerbke mit rund 1500 Betten, gefolgt von Bramsche mit 1000 Plätzen. Pistorius appellierte an die Kommunen, die Unterbringungsmöglichkeiten zu erweitern.

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine Ende Februar hat Niedersachsen laut Ministerium mehr als 100.000 Menschen aus dem Land aufgenommen. Diese Zahlen stiegen zuletzt wieder spürbar an. Auf dem eingerichteten Drehkreuz am Messebahnhof in Laatzen bei Hannover kamen den Angaben zufolge in der vergangenen Woche rund 1800 Menschen aus der Ukraine an, die Wochen zuvor waren dies in der Regel zwischen 750 und etwa 1300 pro Woche. Viele, die dort ankommen, reisen weiter. Es gibt keine genauen Zahlen, wie viele der Menschen auch in Niedersachsen bleiben. In der Landesaufnahmebehörde wurden in der vergangenen Woche demnach mehr als 1700 Ukraine-Flüchtlinge erfasst, in den Wochen zuvor waren es jeweils mittlere dreistellige Zahlen.

Mit Blick auf eine mögliche Dunkelziffer bei den Zahlen der ukrainischen Flüchtlinge sagte Pistorius: «Wir gehen davon aus, dass die Dunkelziffer bei den Zugängen Vertriebener aus der Ukraine immer kleiner wird. Denn, wer Leistungen benötigt, Krankenversicherung, Sozialleistungen oder aber die Kinder in die Schule oder in die Kita schicken will, muss sich registrieren.»

© dpa
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