Chemie- und Energiebranche: Beschäftigte besorgt um Jobs

Die hohe Inflation bei Energie und Rohstoffen lässt laut einer Umfrage der Gewerkschaft IG BCE inzwischen viele Beschäftigte der deutschen Chemieindustrie und Energiewirtschaft um ihren Job bangen. Etwas weniger als die Hälfte (47 Prozent) der teilnehmenden Mitglieder habe geäußert, sich «große oder sehr große Sorgen» um die Arbeitsplätze zu machen. Zahlreiche Betriebe in den Branchen Chemie, Kunststoffe, Pharma und Energieerzeugung sowie Papier, Glas und Keramik kämpfen nach wie vor mit extrem gestiegenen Kosten und oft mit Problemen in ihren internationalen Lieferketten.
Die Flamme eines Gasherdes brennt in einer Küche. © Frank Rumpenhorst/dpa/Symbolbild

IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis, der auch in der Gaskommission sitzt, warnte die Firmenleitungen am Freitag in Hannover davor, als Reaktion auf die Belastungen Standorte ins Ausland zu verschieben. Es gelte «zu verhindern, dass die Unternehmen jetzt Fakten schaffen und die Krise ganz profan für dauerhafte Produktionsverlagerungen nutzen». Er appellierte zugleich, weiter möglichst viel Erdgas einzusparen.

Der Gewerkschaft zufolge gaben drei von fünf Befragten zudem an, sie sähen «eine große oder sehr große Gefahr, dass durch die schwierige Versorgungslage und hohen Preise bei Energie Produktionsketten reißen könnten und die Industrie von der Krise in voller Breite erfasst wird». In knapp einem Viertel (24 Prozent) der Fälle berichteten sie, die Fertigung sei bereits zurückgefahren worden. Und schon 6 Prozent der über 3600 im Oktober und November befragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfinden den eigenen Standort als unmittelbar gefährdet.

Hilfen der Politik speziell für kleinere und mittelständische Firmen waren am Donnerstag auch ein zentrales Thema beim Treffen der Regierungschefs der Länder mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Berlin gewesen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte nach der Sitzung, die Zukunft der energieintensiven Industrien dürfte 2023 «weitere Diskussionen» nötig machen: «Insbesondere die Entwicklung in der chemischen Industrie gibt Anlass zur Sorge. Wir müssen Vorsorge dafür treffen, dass die industrielle Substanz in Deutschland auch unter den aktuellen Bedingungen erhalten bleibt.»

© dpa
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