Warnstreik im Amazon-Logistikzentrum Winsen

Erste Amazon-Beschäftigte haben am Mittwochmorgen die Arbeit im Logistikzentrum des Online-Händlers in Winsen im Landkreis Harburg vorübergehend niedergelegt. An einer Kundgebung beteiligten sich rund 70 Beschäftigte, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Die Stimmung sei gut. Für die Mitarbeiter sei es ein erster Schritt, «um stärker zu werden». Ziel des Warnstreiks sei eine bessere Bezahlung. Aufgerufen sei die ganze Schicht, später folge auch die Spätschicht. In Winsen arbeiten laut Gewerkschaft rund 1700 Beschäftigte, ein gutes Drittel davon befristet. Amazon sieht nach Angaben eines Sprechers keine Auswirkungen des Warnstreiks auf den Betrieb.
Ein Einbahnstraßenschild ist vor dem Amazon Schriftzug am Logistikzentrum in Winsen zu sehen. © Philipp Schulze/dpa/Archivbild

«Wir streiken, weil Amazon eine Lohnanpassung vorgenommen hat, die viel zu niedrig ist», wurde eine Verdi-Vertreterin zitiert. «Amazon zahlt jetzt drei Prozent mehr, ohne mit der Gewerkschaft darüber zu verhandeln. Das reicht uns nicht.» Vor dem Hintergrund der hohen Inflation sei das zu wenig.

Der Amazon-Sprecher betonte, alle Beschäftigten an Amazon-Logistikstandorten in Deutschland erhielten ab September eine Lohnerhöhung. In Winsen steige damit der Einstiegslohn auf 12,59 Euro brutto pro Stunde. Hinzu komme ein variabler Bonus - insgesamt seien es damit 13,17 Euro. Nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit bedeute dies ein Bruttogehalt von rund 35.000 Euro im Jahr. Hinzu kämen Extras und Vergünstigungen wie Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr, zur betrieblichen Altersvorsorge und Zuschüsse für eine Weiterbildung bis zu 8000 Euro. «Wir befinden uns aktuell im Austausch mit dem zuständigen Betriebsrat in Winsen, um diesen Vorschlag umzusetzen», sagte er.

© dpa
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