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Halbes Jahr Deutschlandticket: Hohe Nachfrage im Land

Fast alle sind sich einig - das Deutschlandticket ist ein großer Erfolg. Einheitliche Tarife, oft niedrigere Preise für den Nah- und Regionalverkehr. Doch eine zentrale Frage ist offen.
Deutschlandticket
Ein Modell des Deutschlandtickets. © David Young/dpa/Symbolbild

Mehr Fahrgäste und weniger Tarifdschungel: Verkehrsanbieter- und verbünde in Niedersachsen ziehen nach einem halben Jahr Deutschlandticket ein positives Fazit. Mit dem Ticket hätten sich die Abozahlen um rund 25 Prozent erhöht, und die Fahrgastzahlen lägen erstmals über denen vor der Pandemie, teilte etwa der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Das Ticket erleichtere den Zugang zu Bus und Bahn, sagte ein VBN-Sprecher. Der Verkehrsverbund verkaufte zu Beginn im Mai rund 43.000 Tickets. Im September waren es etwa 75.000. Wie viele Tickets zusätzlich über weitere Anbieter verkauft worden seien und Fahrgäste diese dann im Gebiet des VBN nutzten, sei nicht bekannt.

Ministerium: ÖPNV durch Ticket reformiert

Laut Verkehrsministerium in Hannover besaßen zwischen Mai und August durchschnittlich 11,7 Prozent der Menschen in Niedersachsen ein Deutschlandticket - also mehr als 900.000. Unter Berufung auf eine Marktforschung hieß es vom Ministerium, acht Prozent der Befragten in Niedersachsen seinen Neuabonnenten - also Umsteiger, die bisher Bartarife oder Zeitkarten nutzten, oder Neukunden im Nahverkehr, die zuvor andere Verkehrsmittel nutzten.

Ein Ministeriumssprecher betonte, mit dem Ticket habe man den öffentlichen Personennahverkehr grundlegend reformiert. «Die Zahlen aus der Marktforschung bestätigen, dass ein kostengünstiges und einfaches Ticket den ÖPNV attraktiver macht und zu einem veränderten Mobilitätsverhalten führen kann.»

GVH spricht von kontinuierlich mehr Abos

Das 49-Euro-Ticket gibt es seit Mai in Deutschland. Kunden können damit im Abomodell bundesweit den Nah- und Regionalverkehr nutzen. Die Kündigung muss bis spätestens zum 10. eines Kalendermonats erfolgen.

Der Großraumverkehr Hannover (GHV) teilte mit, dass man derzeit monatlich rund 72.000 Abonnenten im Deutschlandticket habe. Die Abozahlen seien seit Einführung kontinuierlich gestiegen.

Kritik an fehlender Planungssicherheit

Seit Monaten gibt es Unklarheit darüber, wie es mit dem Ticket weitergeht. Politiker von Bund und Ländern sind sich grundsätzlich einig, dass es weiter angeboten werden soll. Knackpunkt sind Fragen bei der Finanzierung.

Während die Grundfinanzierung zwischen Bund und Ländern für die kommenden Jahre geklärt ist, geht es in dem Streit vor allem um die Mehrkosten, die den Verkehrsunternehmen entstehen. In diesem Jahr haben Bund und Länder diese jeweils zur Hälfte übernommen. Für das kommende Jahr gibt es noch keine Regelung.

Die Verkehrsressorts aus Niedersachsen und Bremen fordern bei der Finanzierungsfrage Klarheit vom Bund. Bremens Mobilitätssenatorin Özlem Ünsal sagte der dpa, das Ticket werde sehr gut angenommen und bringe etliche neue Kunden. Daher dürfe es nicht unter die Räder geraten. «Als Länder fordern wir den Bund auf, die Finanzierungslast gerecht mitzutragen. Nur so kann es gelingen, dass wir den attraktiven Preis von 49 Euro halten», sagte die SPD-Politikerin.

Wissing will Ticket beibehalten

Auch das Verkehrsministerium in Hannover forderte Verlässlichkeit vom Bund. «Die Länder sind bereit, ihren Anteil an den Mehrkosten zu übernehmen. Nun muss auch der Bund als Initiator des Tickets nachziehen und seinen hälftigen Finanzierungsanteil zusichern», sagte ein Ministeriumssprecher.

Ein Sprecher der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen beklagte: «Die Unklarheit hemmt die Bearbeitung zahlreicher Tarifthemen.» Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen kritisierte, die unklare Finanzierung lasse eine gesicherte Planung nicht zu.

Im Streit mit den Ländern hatte Bundesverkehrsminister Volker Wissing vor Spekulationen über eine ungewisse Zukunft des Angebots gewarnt. «Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass das Ticket weiterhin Bestand haben wird, denn es ist sehr erfolgreich», sagte der FDP-Politiker in der vergangenen Woche im Bundestag.

© dpa
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