Immer mehr Unisex-Toiletten an Schulen in Niedersachsen

An immer mehr Schulen in Niedersachsen werden sogenannten Unisex-Toiletten eingerichtet. Sie sind aber bisher nicht der Regelfall, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Die WC-Räume richten sich an Schülerinnen und Schüler, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen. In vielen Kreisen und Städten, in denen es derartige Toiletten noch nicht gibt, sollen sie den Angaben nach in den kommenden Jahren installiert werden. Vielerorts gibt es auch kostenlose Hygieneartikel.
Piktogramme für eine Frau und ein Mann sind an einer Tür angebracht. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/Symbolbild

In der Region Hannover gibt es sie etwa an vier der 31 Schulen in Trägerschaft der Verwaltung. Einheitliche Vorgaben gebe es nicht, hieß es. «Soweit ein Bedarf an Gender-Toiletten entsteht, werden vorhandene Räumlichkeiten umgebaut beziehungsweise umgewidmet», teilte die Region mit.

Im Landkreis Harburg sollen nach einem Vorstoß der Kreisschülervertretung künftig bei jedem Schulneubau Unisextoiletten mit angelegt werden, wie ein Sprecher mitteilte. Andere Kreise wollen künftig ähnlich vorgehen. «Die Wünsche beziehungsweise die Anfragen der Schulen nehmen in unseren Jahresgesprächen zu», sagte eine Sprecherin der Stadt Oldenburg.

Niedersachsens neue Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) begrüßte vor kurzem gegenüber den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland die Schaffung von Toilettenräumen für non-binäre Menschen, also Menschen, die sich weder als männlich noch weiblich verstehen. «Wenn die Wünsche und Bedarfe vor Ort entsprechend sind, dann wollen wir das auch ermöglichen.»

In einigen Kreisen sind Unisextoiletten hingegen bisher kein oder kaum ein Thema. Etwa in Verden: Dort verwies ein Sprecher auf Behinderten-WCs, «die ja auch für alle Geschlechter konzipiert sind».

In vielen Städten und Kreisen werden zudem in den WC-Räumen kostenlos Hygieneartikel bereitgestellt. Teilweise handelt es sich dabei um Pilotprojekte. So etwa in Bremen und Wolfsburg. «Das Angebot wird gut angenommen», sagte ein Sprecher der Stadt Wolfsburg.

© dpa
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