Studie: Depression und Stress steigern Herzinfarkt-Risiko

Emotionale Belastungen im Beruf oder Privatleben lassen den Blutdruck ansteigen. Psychischer Stress begünstigt damit auch Herzerkrankungen. Dieser Einfluss werde oft unterschätzt, sagen Experten.
Ein Mann sitzt vor einem Fenster. © Sina Schuldt/dpa/Illustration

Depressionen, Ängste oder Arbeitsstress erhöhen laut einer Krankenkassen-Studie das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Hochgerechnet auf alle Erwerbstätigen haben rund 715.000 Menschen in Niedersachsen ein durch psychische Probleme bedingtes erhöhtes Herzinfarkt-Risiko, wie die DAK-Krankenkasse am Freitag mitteilte. Die Betroffenen weisen darüber hinaus vermehrt körperliche Risikofaktoren für einen Herzinfarkt auf. Dazu gehören Rauchen, Bluthochdruck oder extremes Übergewicht (Adipositas).

Für den DAK-Gesundheitsreport 2022 wurden die Daten von rund 232.000 erwerbstätigen DAK-Versicherten ausgewertet, daneben gab es eine repräsentative Befragung. Menschen in Niedersachsen sind immer häufiger wegen Depressionen oder Angststörungen krankgeschrieben. Die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen stieg dem Report zufolge vom Jahr 2011 bis 2021 um 43 Prozent.

Jedes Jahr sterben mehr als 35.000 Menschen in Niedersachsen an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. «Es gibt eine auffällige Wechselwirkung zwischen Psyche und Herz», sagte DAK-Landeschef Dirk Vennekold. «Das sollten Ärzte, Medizinerinnen und Arbeitgeber bei Prävention und Gesundheitsprogrammen im Blick behalten.» Die Rolle von Stress und psychischen Erkrankungen als Risiko für Herzinfarkte werde oft unterschätzt.

Der Studie zufolge kann eine problematische Situation am Arbeitsplatz Stress und Ängste befeuern. So halten 16 Prozent der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Lohn und Gehalt für nicht angemessen. 13 Prozent empfinden die Anerkennung von ihren Vorgesetzten als zu dürftig.

Im Nachbarland Bremen stieg die Zahl der Fehltage wegen psychischer Krankheiten zwischen 2011 und 2021 lediglich um 11 Prozent. Hier sterben jährlich rund 2700 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

© dpa
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