Lange Wartezeiten für Schulklassen in vielen NS-Gedenkorten

Die Gräueltaten des Nationalsozialismus dürfen nicht vergessen werden. Gedenkstätten in Niedersachsen klären an den Original-Schauplätzen über historische Verbrechen auf. Doch eine Führung zu bekommen, ist gar nicht so leicht.
Ein Wegweiser für den «Dokumentations- und Lernort Bückeberg» steht am Bückeberg. © Moritz Frankenberg/dpa/Archivbild

Wer eine Gruppenführung durch eine niedersächsische Gedenkstätte machen will, muss sich gedulden - viele der Einrichtungen sind über Monate hinweg ausgebucht. Nachdem das Besucheraufkommen in den vergangenen zwei Jahren coronabedingt abnahm, gehen die Zahlen seit einigen Monaten wieder deutlich nach oben. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben.

«Bis zu den Sommerferien sind wir komplett ausgebucht mit pädagogischen Programmen für Schulklassen und/oder sonstige Gruppen», sagte Maren Weers, Mitarbeiterin im Besucherdienst der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen. Auch im zweiten Halbjahr und sogar im nächsten Jahr seien bereits Termine vergeben. Bei konkreten Wunschterminen müssten die Interessenten daher vier bis sechs Monate auf eine Führung warten. Zwischen 1933 und 1945 betrieb der NS-Staat auf dem Gebiet der heutigen Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim 15 Lager. Tausende Menschen wurden hier von den Nationalsozialisten ermordet.

Die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen betreut etwa 1200 Gruppen im Jahr. «Alle weiteren Anfragen nach Betreuung müssen wir leider abschlagen», sagte Sprecherin Stephanie Billib. Dies sei jedoch schon seit mehreren Jahren Praxis. Vor Corona besuchten jährlich rund 220 000 Menschen Bergen-Belsen in der Südheide. Einen Personalmangel gibt es Billib zufolge nicht. Derzeit würden weitere Mitarbeiter ausgebildet. «Die zusätzlichen Guides bewirken allerdings keine erhöhten Zusagen von Betreuungsanfragen, sondern erleichtern es der Kollegin intern, die angefragten Termine zu besetzen», sagte die Sprecherin.

Auch in der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel können viele Anfragen nicht angenommen werden. Schulgruppen fragten zum Großteil Termine am Vormittag an, erläuterte die stellvertretende Leiterin Simona Häring. Während der Corona-Einschränkungen seien in den vergangenen zwei Jahren monatlich rund 150 bis 200 Besucher gekommen. Derzeit liege die Besucherzahl bei 350 bis 400 Menschen pro Monat.

Dagegen kann der Ende 2021 eröffnete Dokumentations- und Lernort Bückeberg bei Hameln bisher noch allen Anfragen gerecht werden. Seit dem Wegfall der Corona-Auflagen sei jedoch ein Anstieg der Anfragen zu spüren, sagte Geschäftsführer Alexander Remmel. Der Bückeberg war eine zentrale Progagandastätte der Nationalsozialisten, zwischen 1933 und 1937 jubelten hier bei den sogenannten Reichserntedankfesten Tausende Menschen Adolf Hitler zu.

© dpa
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