Tödliche Schüsse in Wolfsburg: Angeklagter schweigt

In Wolfsburg fallen mehrere Schüsse in einer Wohnung. Die Einsatzkräfte finden einen Verwundeten in einer großen Blutlache. Wenig später stirbt er in einem Krankenhaus. Rund drei Jahre später beginnt nun der Prozess gegen den Angeklagten.
Der Angeklagte (l) steht bei Prozessauftakt in einem Saal vom Landgericht Braunschweig. © Moritz Frankenberg/dpa

Weil er mehr als zwei Jahre untergetaucht war, muss sich ein 28-Jähriger erst jetzt wegen Totschlags an einem 20-Jährigen vor dem Landgericht Braunschweig verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, einen jungen Mann im August 2019 angeschossen zu haben. Dadurch wurde eine Arterie in der Leistengegend des 20-Jährigen verletzt. Der 28-Jährige floh nach der Tat. Sein Opfer starb kurze Zeit später in einem Krankenhaus.

Laut Anklageschrift war der Angeklagte vor rund drei Jahren in eine Wohnung im Wolfsburger Stadtteil Vorsfelde eingetreten. Sofort habe er mit einer halbautomatischen Schusswaffe zur Einschüchterung der Bewohner auf den Boden geschossen. Dadurch wurde ein Mann am Bein verletzt. Das Opfer wehrte sich und hielt die Waffe des Angreifers kurzzeitig fest. Dabei wurde er von einem weiteren Schuss am Oberschenkel getroffen. Durch den Lärm wurde der 20-Jährige auf den Eindringling aufmerksam und kam aus einem Zimmer in den Eingangsbereich der Wohnung. Der Angeklagte habe zweimal auf ihn geschossen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Totschlag vor. Der albanische Staatsbürger äußerte sich am ersten Verhandlungstag nicht zu den Vorwürfen. Eine Dolmetscherin musste die gesamte Verhandlung für ihn übersetzen. Den Prozess verfolgte er die meiste Zeit mit nach unten gesenktem Blick. Polizeibeamte, die am ersten Verhandlungstag als Zeugen geladen wurden, schilderten die Situation in der Tatwohnung. Das 20 Jahre alte Opfer habe bei ihrer Ankunft in einer sehr großen Blutlache gelegen. Der Mann sei kaum ansprechbar gewesen, bereits weiß angelaufen und musste vom Rettungsdienst noch am Tatort reanimiert werden.

Der Tatverdächtige floh nach dem Vorfall und konnte erst vor rund einem Jahr in Spanien gefasst werden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Welches Motiv der Angeklagte gehabt haben könnte, ist nicht bekannt. Der Fall wurde auch in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» behandelt. Nach Angaben der Polizei habe es nach der Ausstrahlung mehrere Hinweise gegeben.

© dpa
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