Lechner einziger Kandidat für CDU-Landesvorsitz

Die personelle Neuaufstellung der CDU nach der Wahlniederlage in Niedersachsen wird konkreter. Voraussichtlich gibt es nur einen Kandidaten für den Landesvorsitz. Eine theoretische Möglichkeit für weitere Bewerber bleibt aber noch.
Sebastian Lechner (CDU), neuer Landesvorsitzender der CDU, gibt ein Interview. © Swen Pförtner/dpa/Archivbild

Niedersachsens CDU-Generalsekretär Sebastian Lechner ist voraussichtlich der einzige Kandidat für den Landesvorsitz der Partei. Neben Lechner stellten sich bislang keine weiteren Kandidaten zur Wahl, wie die Partei am Freitag nach Beratungen des Landesvorstandes in Walsrode mitteilte. Landes- oder Bezirksverbände hatten demnach bis Freitagnachmittag die Möglichkeit, ihre Kandidaten für den Landesvorsitz zu nominieren.

Der CDU-Bezirk Hannover nominierte Lechner am Mittwochabend einstimmig. Der 41-Jährige wurde bereits neuer Fraktionschef. Theoretisch können beim Landesparteitag am 21. Januar noch weitere Kandidaten für den Landesvorsitz hinzukommen, das gilt allerdings als äußerst unwahrscheinlich.

Ein mögliches Interesse am Landesvorsitz war auch den Bundestagsabgeordneten Hendrik Hoppenstedt und Gitta Connemann nachgesagt worden.

Die CDU hatte bei der Landtagswahl am 9. Oktober ihr schlechtestes Ergebnis in Niedersachsen seit den 1950er Jahren eingefahren. Spitzenkandidat Bernd Althusmann kündigte unmittelbar darauf an, den Landesvorsitz abzugeben.

Als Generalsekretär war allerdings auch Lechner für den missglückten Wahlkampf mitverantwortlich. In den Wochen vor der Wahl hatte die CDU sich vornehmlich auf Attacken auf die Bundesregierung konzentriert, eigene Inhalte rückten dadurch in den Hintergrund. In einem Landesausschuss wollte die CDU am Freitagabend die Wahlniederlage aufarbeiten.

Lechner räumte vor wenigen Tagen mit Blick auf die Landtagswahl eigene Fehler ein. Er mache aber selten Fehler zwei Mal. Er sei ein erfahrener Landespolitiker, kenne die Partei sehr gut und wisse, welche Reformen es brauche, um «kampagnenfähig» zu werden für die Landtagswahl 2027.

Lechner sagte der dpa am Freitagabend, er wolle in den Wochen bis zum Landesparteitag sehr viel bei den CDU-Verbänden in Niedersachsen sein und diskutieren, wie die Mitgliederbeteiligung verbessert werden könne und wie die inhaltliche Ausrichtung der Partei aussehen könnte. Als wichtige Themen nannte er unter anderem die Energiepreiskrise, die Unterrichtsversorgung oder die Unterbringung von Geflüchteten.

Althusmann sagte in einer Mitteilung: «Die CDU in Niedersachsen nimmt die neue Rolle als Opposition an. Die beiden wichtigen Ämter, den Fraktions- und den Landesvorsitz, dabei in eine Hand zu legen, ist sinnvoll.»

Lechner ist seit 2013 Landtagsabgeordneter. Von 2008 bis 2014 war er Landesvorsitzender der Jungen Union in Niedersachsen. Seit Anfang 2021 ist er Generalsekretär des Landesverbands. Lechner ist verheiratet und hat drei Kinder.

© dpa
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