Gastronomen hoffen auf anziehende Weihnachtsbuchungen

Ob eigene Weihnachtsgans im Restaurant oder Adventsfeier in größerer Kollegenrunde: Die Buchungen zum Jahresende im niedersächsischen Gastgewerbe laufen noch eher schleppend an. Kunden scheuen Ausgaben. Kommt nach dem Corona-Dämpfer 2021 die Inflationsbremse 2022?
Der Außenbereich eines Restaurants. © Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild

Viele Verbraucher und Firmen müssen in diesem Jahr wegen der hohen Teuerung bei den Weihnachtsfeiern sparen - Restaurants merken das schon an Zurückhaltung bei Reservierungen. «Gerade kommen wir mit einer wirklich guten Stimmung aus dem Oktober, durch das schöne Wetter waren die Umsätze prima», sagte der Regionalchef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Niedersachsen, Rainer Balke, in Hannover. «Aber wenn die Betriebe auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft blicken, wird etlichen von ihnen klar: Das dicke Ende könnte auch 2022 noch kommen.»

Kurz vor dem Jahresabschluss 2021 waren die Gastronomen oft guten Mutes, ehe dann eine weitere Corona-Welle das wichtige Geschäft zu den Festtagen verdarb. Von der Pandemie drohe diesmal wohl nicht so sehr Ärger, schätzte Balke. Dafür drücke die Rekordinflation auf die Feierlaune und Konsumbereitschaft: «Die Leute tasten sich jetzt vorsichtiger in feste Buchungen hinein, weil sie nicht wissen, ob und wie die Preissteigerungen weitergehen. Und häufig wissen private Haushalte und Unternehmen auch nicht, wie sie das abfedern sollen.» Weihnachtsfeiern könnten da verkleinert werden oder ganz ausfallen.

Zwei Wochen vor dem ersten Advent sei das Bild in der Branche relativ zwiegespalten, sagte Balke. Bei einer Mitgliederumfrage hielt kürzlich demnach etwas mehr als die Hälfte der Betriebe ihre Vorbuchungen für befriedigend bis gut, während rund 45 Prozent ein schlechteres Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr erwarteten. Hier und da kehre nach der harten Corona-Zeit sogar wieder «betriebliche Existenzangst» ein, so der Dehoga-Hauptgeschäftsführer. Ungefähr jeder fünfte Betrieb blicke außerdem skeptisch darauf, ob die Energie-Entlastungspakete wirklich so funktionierten wie geplant.

Dass bei Geschäftsfeiern oder Adventsessen in größerem Umfang auf die bewährte Weihnachtsgans verzichtet werden muss, glaubt Balke allerdings nicht. Die Gänse würden nun natürlich deutlich teurer - wer sie sich nach wie vor leisten wolle, habe jedoch durchaus viele Möglichkeiten in den Lokalen. «Weihnachtsgänse sind weiter am Markt erhältlich, wenngleich zu ganz anderen Preisen als im letzten Jahr.» Zahlreiche Restaurants verlagerten ihr Angebot aber zum Beispiel auch in Richtung Wild. «Das Weihnachtsfest kann also laufen.»

© dpa
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