Hannover-Stammverein mit neuen Vorwürfen

Der Stammverein von Hannover 96 hat erneut Vorwürfe gegen den Mehrheitsgesellschafter Martin Kind und die Kapitalseite des Clubs erhoben. In einem Interview der «Neuen Presse» (Dienstag) beklagte der e.V. fehlende Einblicke in Finanzen und nicht erfolgte Zahlungen. Finanzvorstand Meik Friedrich äußerte darin, dass «Zahlen zu Jahresabschlüssen vorenthalten werden. Zudem gab es einige Unregelmäßigkeiten, die offensichtlich geworden sind, daher mussten wir nun handeln.»
Eine Fahne mit dem Logo von Hannover 96 weht vor der Heinz von Heiden-Arena. © Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild

Damit spielte der Vorstand auf Gewinne aus Markenrechten an, die angeblich nicht gezahlt worden seien: «Das Geld ist aber faktisch noch nie geflossen», sagte Friedrich und fügte hinzu: «Markenrechte sind das eine. Zum anderen geht es um 300.000 Euro, die aus alten Steuerschulden ans Finanzamt weitergeleitet werden.»

Die Kapitalseite widersprach, dass Markenrecht-Gewinne bislang nicht ausgeschüttet wurden, da es nur einen festgestellten Jahresabschluss 2020 gebe. «Dieser weist einen Verlust aus», heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme. Zudem seien vonseiten der Kapitalseite Zahlungen in Höhe von 3,13 Millionen Euro an Spenden und Darlehen-Zahlungen geleistet worden, entgegnete die Kind-Seite. Gegen die erwähnten Steuerbescheide zwischen 2008 und 2013, schrieb die Kapitalseite, sei Einspruch eingelegt worden und sie seien damit noch nicht rechtskräftig: «Bei Rechtskraft und Vorlage der entsprechenden Bescheide wird das entsprechende Darlehen zur Verfügung gestellt.»

Der e.V. hatte Kind überraschend Ende Juli als Geschäftsführer der Hannover 96 Management GmbH abberufen. Das Landgericht Hannover entschied in einem Eilrechtsverfahren, dass der 78-Jährige bis zum Hauptverfahren weiter in der Position arbeiten darf.

Die Auseinandersetzung muss immer im Kontext einer komplizierten Vereinsstruktur eingeordnet werden: Kind ist Mehrheitsgesellschafter der Hannover 96 Sales&Service GmbH&Co. KG, der die Profifußball-KGaA zu 100 Prozent gehört. Da die 50+1-Regel in Deutschland jedoch vorschreibt, dass der Stammverein immer die Stimmenmehrheit in einer ausgegliederten Kapitalgesellschaft besitzen muss, werden die Geschäftsführer der KGaA von der Hannover 96 Management GmbH bestimmt. Sie gehört zu 100 Prozent dem Stammverein.

© dpa
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