Frachter rammt Offshore-Windkraftanlage

Ein Frachter ist mit einer Windkraftanlage in der Nordsee zusammengestoßen. Das bestätigte das Unternehmen Ørsted, das die Anlage betreibt. Nach Einschätzung der Wasserschutzpolizei könnte es sich um den ersten Unfall dieser Art handeln.
Schiff mit Windkraftanlage kollidiert
Das schwer beschädigtes Küstenmotorschiff liegt vor einer Werft in Emden. © Lars Klemmer/dpa

Ein Frachtschiff hat in der deutschen Nordsee eine Windkraftanlage des Offshore-Windparks Gode Wind 1 gerammt. Das bestätigte am Mittwochabend in einer Mitteilung der Betreiber Ørsted, ein dänisches Energieunternehmen. Der Unfall ereignete sich rund 45 Kilometer vor dem deutschen Festland. Die Offshore-Windkraftanlage sei nach zunächst fortgesetzter Nutzung inzwischen für Untersuchungen außer Betrieb genommen worden. Zunächst hatten mehrere Medien über den Vorfall berichtet.

Nach Angaben von Ørsted hat der Frachter nach dem Unfall die Seeraumüberwachung nicht direkt kontaktiert. Das betriebsinterne Kontrollzentrum von Ørsted habe den Vorfall dokumentiert. Eine Schadenshöhe nannte das Unternehmen nicht. Ørsted machte keine Angaben dazu, wann sich der Unfall ereignete.

Am Dienstag hatte ein rund 70 Meter langes Schiff den Emder Hafen angesteuert. Die Wasserschutzpolizei in Emden geht davon aus, dass es sich um den Frachter handelt, der die Windkraftanlage rammte. Das Schiff ist beschädigt. Es hat ein metergroßes Loch in der Außenhaut am vorderen Rumpf. Der 59 Jahre alte Kapitän des Frachters machte zunächst keine Angaben.

Das Schiff war nach Angaben der Wasserschutzpolizei mit 1500 Tonnen Getreide an Bord vom polnischen Stettin nach Antwerpen in Belgien unterwegs. Es fuhr unter der Flagge Antiguas. Emden sei nach dem Zusammenstoß der «offensichtlich nächstmögliche Hafen» gewesen, teilte die Polizei mit.

Auf einen Zusammenstoß des Frachters deuteten sogenannte AIS-Daten hin, sagte der Polizeisprecher. Das sind Daten, die den Fahrtverlauf von Schiffen aufzeichnen. Die Daten zeigten, dass der Frachter vom Kurs abgekommen sei. Warum das passierte, sei nicht klar. Das Schiff habe sich im «Automatikmodus» befunden.

Die Wasserschutzpolizei in Emden übernimmt nach Abstimmung mit der zuständigen Staatsanwaltschaft in Hamburg die Ermittlungen zu dem Unfall. Der Schaden soll aufgenommen werden. Zudem wird eine Einlassung des Kapitäns erwartet.

Nach Einschätzung der Wasserschutzpolizei handle es sich um den ersten Vorfall, bei dem ein größeres Frachtschiff vor der deutschen Nordseeküste mit einer Windkraftanlage zusammengestoßen ist.

Eine Sprecherin von Ørsted sagte, es habe bereits vor einigen Jahren einen Unfall bei dem Aufbau von Windkraftanlagen gegeben. Dabei habe es sich allerdings um einen Zusammenstoß zweier Schiffe gehandelt.

© dpa
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