Habeck: Tempo bei LNG-Terminals soll «Ausrufezeichen» setzen

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will mit dem schnellen Bau von Terminals für Flüssigerdgas (LNG) in Deutschland ein «fettes Ausrufezeichen» setzen. Der Grünen-Politiker sagte am Mittwoch in Hannover nach einem Treffen mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU), Deutschland habe es geschafft, auf dem Weltmarkt vier Schiffe zu reservieren. Diese würden Ende des Jahres verfügbar sein und definierten den frühestmöglichen Zeitpunkt, an dem LNG direkt nach Deutschland gebracht werden kann.
Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz. © Kay Nietfeld/dpa Pool/dpa

Es müsse nun alle Kraft daran gesetzt werden, dass die Infrastruktur, die zu den Schiffen hinführe, fertig sei, wenn die Schiffe ankommen. Deutschland würde, wenn es gelänge, und wenn man es ab Beginn des Ukraine-Kriegs rechne, in zehn Monaten LNG-Terminals gebaut haben. Gemessen an den bisherigen deutschen Planungs- und Bauzeiten wäre das eine «Lichtgeschwindigkeit», so Habeck. Es könne ein «fettes Ausrufezeichen» gesetzt werden, dass man in Deutschland schnell genehmigen, planen und bauen könne. Das von den Schiffen transportierte LNG könne einen wichtigen Beitrag leisten, damit Deutschland gut durch den nächsten Winter komme.

Die Bundesregierung plant ein Gesetz, um den Bau von LNG-Terminals zu beschleunigen. Habeck wird am Donnerstagvormittag zum ersten Rammschlag für den Anleger eines geplanten schwimmenden Flüssigerdgas-Terminals in Wilhelmshaven erwartet. Das Terminal soll schon Ende des Jahres in Betrieb gehen. Von dort soll per Tankschiff angelandetes, tiefgekühltes LNG nach der Erwärmung in die Gasnetze eingespeist werden. Auch in Stade und Brunsbüttel sind LNG-Terminals geplant. Umweltschützer haben Bedenken gegen alle drei Projekte.

Deutschland bemüht sich, seine Abhängigkeit von russischem Gas schrittweise zu verringern. Dies ist aber schwieriger als bei russischer Kohle und russischem Öl.

Althusmann sagte, Niedersachsen sei bereit, eine nationale Verantwortung zu tragen, könne dies aber finanziell nicht alleine leisten. Darüber werde mit dem Bund zu sprechen sein.

© dpa
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