Jugendämter: Mehr Gefährdungseinschätzungen von Kindern

Immer häufiger müssen die Jugendämter in Niedersachsen einschätzen, ob Kinder vernachlässigt, misshandelt oder sonst gefährdet werden. 2021 sei die Zahl der sogenannten Gefährdungseinschätzungen auf 17.164 gestiegen - ein Anstieg um 14,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, teilte das Landesamt für Statistik Niedersachsen am Dienstag mit. Bei insgesamt 2019 Kindern wurde im vergangenen Jahr eine akute Kindeswohlgefährdung festgestellt, 8,7 Prozent mehr Fälle als 2020. Anzeichen gab es dabei etwa für die Vernachlässigung des Kindes (1098 Fälle) oder eine körperliche Misshandlung (733 Fälle).
Ein Junge kauert sich in der Ecke seines Zimmers am Fußboden sitzend zusammen. © Nicolas Armer/dpa/Symbolbild

Insgesamt stellten die Jugendämter im vergangenen Jahr bei 4350 Kindern eine akute beziehungsweise latente Kindeswohlgefährdung fest. Das entspreche 25,3 Prozent aller Gefährdungseinschätzungen der Jugendämter, teilte das Landesamt für Statistik mit. Bei den übrigen 12.814 Fällen wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt, allerdings zeigte sich in 5762 (2020: 5090) Verfahren ein Hilfe- oder Unterstützungsbedarf.

Jugendämter müssen eine Gefährdungseinschätzung vornehmen, wenn Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Kindeswohls vorliegen. Das ist der Fall, wenn eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls gegeben oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten ist.

Vor allem Polizei, Gerichte oder Staatsanwaltschaften meldeten im vergangenen Jahr Fälle der Gefährdung von Kindern - die Zahl stieg um 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 5257 Fälle. Auch Schulen meldeten mehr Fälle, nämlich 2045 - ein Anstieg um 22,5 Prozent. Weniger Fälle als im Jahr zuvor meldeten Bekannte oder Nachbarn, die Minderjährigen selbst sowie Verwandte.

© dpa
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