Vermisste vom Würmsee: Tatverdächtiger in Schweden gefasst

Seit dem 11. September wird eine Frau aus Burgwedel vermisst - Spuren an ihrem Wohnort deuten auf ein Gewaltverbrechen hin. Ein Mann aus Nordrhein-Westfalen soll die 56-Jährige getötet haben. Er hatte sich nach Skandinavien abgesetzt.
Blick auf eine Laube am Würmesee in der Region Hannover. © TNN/dpa/Archivbild

Nach dem Verschwinden einer 56-Jährigen bei Hannover hat die Polizei in Schweden einen international gesuchten Tatverdächtigen festgenommen. Der 54-Jährige aus Warburg in Ostwestfalen stehe im Verdacht, in der Nacht auf den 11. September die Frau aus Burgwedel getötet zu haben, teilten die Staatsanwaltschaft und Polizei Hannover sowie das Landeskriminalamt Niedersachsen am Mittwoch mit. Nach dem mutmaßlichen Gewaltverbrecher war seit dem 18. Oktober mit einem europäischen Haftbefehl gefahndet worden. Am Sonntag fassten schwedische Polizisten den Mann, sie hatten sich zuvor mit Zielfahndern aus Hannover abgestimmt.

Von der Frau, die am Würmsee in der Region Hannover lebte, fehle weiterhin jede Spur, sagte ein Polizeisprecher. Die Spurenlage am Wohnort habe auf ein Gewaltverbrechen hingedeutet. Man müsse von einem Tötungsdelikt ausgehen, auch wenn die Hoffnung noch nicht aufgegeben worden sei, die 56-Jährige lebend zu finden. Sie hatte allein mit ihrem Hund in einem abgelegenen, kleinen Holzhaus in der Nähe des Sees gewohnt und war am 10. September zuletzt gesehen worden. Als sie zu einer Verabredung mit einer Freundin am 11. September nicht erschien, alarmierte diese die Polizei.

Der Mann aus der Kleinstadt im Kreis Höxter ist nach Angaben des Polizeisprechers vorbestraft. Wie die Beamten auf seine Spur kamen, teilten sie aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht mit. Es ist nicht bekannt, ob DNA-Spuren des 54-Jährigen am Wohnort der Frau entdeckt wurden. In welcher Beziehung standen der mutmaßliche Täter und das Opfer? Kannten sie sich schon länger? «Da sind noch viele große Fragezeichen», sagte der Sprecher. Der in Schweden gefasste Mann habe in dem skandinavischen Land keine Anlaufadresse gehabt. Dies sei als «klares Fluchtverhalten» zu interpretieren.

Die Mordkommission sucht weiterhin die vermisste 56-Jährige und hofft auf Zeugenhinweise. Nach den bisherigen Erkenntnissen soll der Tatverdächtige im Wald und an abgelegenen Orten campiert haben. Er habe etwa in einem Zelt, einer Schutzhütte oder in seinem Auto geschlafen, hieß es. Die Beamten hoffen zudem auf Hinweise zu seinem silbernen Wagen mit Warburger Kennzeichen.

Am 18. Oktober war auch ein Foto des Tatverdächtigen veröffentlicht worden, das inzwischen aus Datenschutzgründen wieder gelöscht wurde. Seither gingen dem Polizeisprecher zufolge Hinweise im zweistelligen Bereich ein. Der entscheidende Tipp sei aus aus dem internationalen Kollegenkreis gekommen. Kriminaldirektor Harry Blome betonte: «Der Fahndungserfolg in diesem Fall zeigt, welchen enormen Wert es hat, effiziente Netzwerke auch über Landes- und Staatsgrenzen hinaus aufzubauen.»

© dpa
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