Kalte Duschen, weniger Licht: Wie Kommunen Energie sparen

Heizungen werden herunter-, das warme Wasser in Sporthallen und Schwimmbädern abgedreht, die Beleuchtung reduziert - die Städte in Niedersachsen reagieren auf die drastisch gestiegenen Energiepreise.
Eine Frau dreht an einem Heizungsthermostat. © Marcus Brandt/dpa/Symbolbild

Mit kaltem Wasser aus den Duschen, abgestellten Brunnen und nicht mehr von außen beleuchteten Gebäuden reagieren die großen Städte in Niedersachsen auf die kriegsbedingte Energiekrise in Deutschland. Ideen gibt es viele, allerdings laufen zum Teil noch die Beratungen, was genau gemacht werden soll.

HANNOVER: Niedersachsens Landeshauptstadt will den Energieverbrauch um 15 Prozent senken. Unter anderem soll die Raumtemperatur in den städtischen Büros auf maximal 20 Grad begrenzt werden. Das Neue Rathaus, Museen und andere Sehenswürdigkeiten sollen im Dunkeln nicht mehr angestrahlt werden. Die städtischen Bäder werden nicht mehr mit Gas beheizt. In Schwimm- und Freibädern sowie in Sport- und Turnhallen soll nur noch kaltes Wasser aus den Duschen fließen. Auch sollen alle öffentlichen Brunnen abgeschaltet werden.

OLDENBURG: Die Universitätsstadt im Nordwesten setzt ebenfalls auf kühlere Raumtemperaturen in Verwaltungsbüros. Während der Ferienzeiten gibt es in den Waschräumen der Sportstätten nur noch kaltes Wasser und die Stadtteil-Hallenbäder werden bis Ende August geschlossen. An den Handwaschbecken werden alle Durchlauferhitzer abgeschaltet. Die Beleuchtung soll an Bewegungsmelder gekoppelt, auf den Einsatz von Klimageräten und Heizlüftern verzichtet werden. Auch die Zusammenlegung von Büros in der Verwaltung wird erwogen.

OSNABRÜCK: Die Großstadt am Teutoburger Wald strahlt nachts keine öffentlichen Gebäude mehr an und stellt die meisten städtischen Brunnen ab. Mit Ausnahme von Kitas wird das Warmwasser in öffentlichen Gebäuden, Sporthallen und Umkleidegebäuden an Sportplätzen abgeschaltet. Die Innenbeleuchtung soll über Bewegungsmelder gesteuert werden; die Straßenbeleuchtung soll um 30 Minuten verkürzt werden. Unter anderem sei auch das Absenken der Raumtemperaturen in städtischen Gebäuden im Gespräch, sagte ein Sprecher.

BRAUNSCHWEIG: Die ostniedersächsischen Metropole begann bereits im Mai mit Energiesparmaßnahmen und verschob den Saisonstart im Freibad Bürgerpark um zwei Wochen, so dass das Wasser nicht mit Gas, sondern mit Sonnenenergie geheizt wurde. Mit fossiler Energie solle in diesem Jahr kein Freibad mehr beheizt werden - gegebenenfalls ende daher auch die Saison früher. Weitere Maßnahmen prüfe die Stadtverwaltung derzeit, hieß es.

WOLFSBURG: Die Industriestadt hat die Wassertemperatur in den städtischen Bädern abgesenkt und will nun nach und nach die Brunnenanlagen im Stadtgebiet abschalten. Auch eine Abschaltung einzelner Straßenbeleuchtung werde geprüft, hieß es. Denkbar sei unter anderem auch eine Absenkung der Raumtemperatur in den Sport- und Turnhallen. Die Gebäudebeleuchtung von Rathaus und Schloss sollen kurzfristig abgeschaltet werden.

HILDESHEIM: Bisher wurden in den Schulen die Heizungsanlagen bis voraussichtlich Ende der Herbstferien abgeschaltet, Ausnahme: Anlagen, bei denen auch die Warmwasserbereitung über die Heizungsanlage läuft. In Verwaltungsgebäuden sollen Durchlauferhitzer abgestellt werden. Weitere Sparmaßnahmen werden derzeit erarbeitet, hieß es - dabei wolle sich die Stadt an den Ratschlägen des Deutschen Städtetags orientieren.

GÖTTINGEN: Die südniedersächsische Universitätsstadt hat alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, Energie einzusparen und will ein Maßnahmenpaket erstellen. Als erste Maßnahme wird die Effektbeleuchtung des Alten Rathauses abgeschaltet. Geprüft werde außerdem, die Heizung im Neuen Rathaus frühmorgens und spätnachmittags herunterzufahren. Die Heizungsanlagen sollen unter anderem optimiert und soweit möglich die Beleuchtung auf LED umgerüstet werden.

© dpa
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