Schwimmbäder sparen: Wassertemperatur sinkt, Sauna bleibt zu

Die Energiekrise macht auch vor Schwimmbädern in Niedersachsen und Bremen keinen Halt. Einigen Betreibern bereitet der Blick auf den Winter Sorgen. Wie reagieren die Badegäste?
Die Temperatur vom Schwimmerbecken im Horner Bad wird gemessen. © Sina Schuldt/dpa

Viele Schwimmbäder in Niedersachsen und Bremen haben wegen der Energiekrise schon jetzt ihre Wassertemperatur gesenkt. Auch viele Saunas bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in mehreren Kommunen hervor. Einige Betreiber befürchten einen Besucherrückgang.

In den städtischen Hallenbädern in Hannover beispielsweise wurde die Temperatur in den Schwimmerbecken auf 25 Grad reduziert, in den Nichtschwimmerbecken auf 28 Grad, wie Stadtsprecher Udo Möller sagte. Je nach Standort seien die Becken nun also ein bis zwei Grad kälter als gewöhnlich. Zudem wurden Wasserspiele und Massagedüsen außer Betrieb genommen. «Die Saunabereiche werden nicht geöffnet, die Beleuchtung wird auf das für die Verkehrssicherung zwingend notwendige Maß reduziert», sagte Möller. Auch die Raumtemperatur in den Duschen (25 Grad), Umkleidebereichen (23 Grad) und Eingangsbereichen (21 Grad) sei reduziert worden.

Auch in Hallenbädern in Bremen wurde die Wassertemperatur um zwei Grad gesenkt. «Das sind immer noch Wohlfühltemperaturen, das ist kein Grund, um im Neoprenanzug zu kommen», findet Susanne Klose, Sprecherin der Bremer Bäder. Nur durch das Senken der Wassertemperatur könne man etwa 25 Prozent Energie einsparen. «Das ist ja schon mal eine Hausnummer.» Außerdem bleiben auch in Bremen die Saunas erstmal zu. «Die wären ja normalerweise schon im Gang um diese Zeit. Wir haben noch nicht entschieden, wann und ob wir sie öffnen werden», sagte Klose.

An den Duschtemperaturen wurde in Bremen nichts verändert. «Dass die Bäder schließen oder Schwimmunterricht ausfallen muss, ist das Letzte, was wir wollen», sagt die Bäder-Sprecherin mit Blick auf Herbst und Winter. Sie halte das auch nicht für realistisch.

In Osnabrück wurden nicht nur die Wassertemperaturen reduziert, im Hallenbad des Moskaubades wurden zudem die Warmbadetage gestrichen und das Ganzjahresaußenbecken außer Betrieb genommen. «Natürlich gehen Maßnahmen wie die Reduzierung der Wassertemperatur zulasten der Attraktivität unserer Bäder», sagte Sebastian Philipp von den Stadtwerken Osnabrück.

In Göttingen gibt es bereits einen Besucherrückgang, wie Alexander Hirt von der Göttinger Sport und Freizeit GmbH sagte. «Wir wissen nicht, ob das auf die Temperatur in den Hallen zurückzuführen ist. Es kann auch sein, dass das Geld nicht mehr da ist oder die Menschen aus Angst vor dem Winter jetzt schon sparen.»

Der Blick auf den Winter besorgt auch Dennis Ströh von der Bäderbetriebsgesellschaft Oldenburg: «Bei weiteren Maßnahmen, vor allem im Erlebnisbad, sind deutliche Besucher- und Umsatzverluste zu befürchten.»

© dpa
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