Genossenschaften: Absenkung der Wassertemperatur möglich

Wegen der extrem gestiegenen Energiekosten soll an jeder Ecke gespart werden. Auch Wohnungsbaugenossenschaften planen für Mietwohnungen erste Sparmaßnahmen. Müssen die Bewohner bald kalt duschen?
Wasser fließt aus einem Hahn. © Philipp von Ditfurth/dpa/Symbolbild

Bei der breiten Mehrheit der Wohnungsbaugenossenschaften in Niedersachsen und Bremen gibt es einer dpa-Umfrage zufolge derzeit keine konkreten Vorbereitungen, die Warmwasserversorgung ihrer Mieter einzuschränken. Aber: «Für die Zukunft ist nichts ausgeschlossen», sagte Carsten Ens, Sprecher des Verbands für Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vdw) in Niedersachsen und Bremen, dem 180 Wohnungsgenossenschaften und kommunale Wohnungsgesellschaften in beiden Bundesländern mit zusammen rund 400.000 Wohnungen angehören.

Schon weiter ist die Wohnungsbaugenossenschaft in Lüneburg, die nach eigenen Angaben aufgrund der gestiegenen Energiepreise nachts eine Absenkung der Wassertemperatur in ihren Objekten plant. «Es ist eine Zwangsläufigkeit», sagte Vorstandschef Ulf Reinhardt. Zu dem Unternehmen gehören rund 1360 Wohnungen in und um Lüneburg.

Für Aufsehen hatte zuletzt die Ankündigung einer Wohnungsbaugenossenschaft im sächsischen Dippoldiswalde gesorgt, den Mietern das warme Wasser zu bestimmten Tages- und Nachtzeiten abzustellen. Die Genossenschaft begründete ihre Entscheidung mit den extrem hohen Energiekosten. Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) bezeichnete das Vorgehen daraufhin als «rechtswidrig».

Auch rein technisch gesehen kann nicht immer so einfach auf die Warmwasserversorgung der Mietwohnungen zugegriffen werden, wie Christine Dose erklärte. Sie leitet die Wohnungsbaugenossenschaft Gewoba in Bremen. «Die Versorgung mit Warmwasser könnten wir in rund 10.000 unserer Wohnungen nicht beeinflussen, weil diese über elektrische Untertischgeräte erfolgt.» Zur Gewoba gehören rund 42.400 Mietwohnungen in Bremen, Bremerhaven und Oldenburg.

Mehrere Genossenschaften überlegen, mit Beginn der Heizperiode die maximale Heiztemperatur zu reduzieren, wie die Umfrage ergab. Die Vorauszahlungen für die Betriebskosten haben danach alle befragten Unternehmen bereits erhöht oder planen das zumindest. Der Heimstättenverein Osnabrück etwa will die Zahlungen für alle Mieter, die an eine Gaszentralheizung angeschlossen sind, zum Beginn des kommenden Jahres anpassen.

Um sich auf hohe Nebenkosten vorzubereiten, rät der Deutsche Mieterbund Niedersachsen-Bremen Mietern zu einem sparsamen Energieverbrauch. «Sonst wird es in der nächsten Nebenkostenabrechnung ziemlich bitter», sagte Verbandsjustiziar Reinold von Thadden. Er empfiehlt auch, Rücklagen zu bilden, um mögliche Nachzahlungen begleichen zu können.

© dpa
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