Alltagsgeschäft von EWE unter Druck: Umsatz gestiegen

Die Energiekrise hat deutliche Auswirkungen auf das Oldenburger Energieversorgungsunternehmen EWE. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel im ersten Halbjahr aufgrund hoher Energiebeschaffungskosten um mehr als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr: von 286,8 Millionen Euro auf 136,7 Millionen Euro, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Allein im klassischen Energievertrieb und -handel verzeichnet EWE einen operativen Verlust in Höhe von 176,2 Millionen Euro. Von dem EBIT konnte das Windkraftunternehmen Alterric mit Sitz in Aurich (Niedersachsen), an dem EWE zur Hälfte beteiligt ist, etwa zwei Drittel erwirtschaften.
Ein Logo des Energieversorgers EWE leuchtet. © Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild

«Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine zeigt deutliche Auswirkungen und belastet auch unser Geschäft im besonderen Maße», sagte EWE-Finanzvorstand Mücher. Das operative Ergebnis mache deutlich, wie sehr das Alltagsgeschäft von EWE unter Druck stehe. «Wir können die sehr hohen Energiebeschaffungskosten nicht direkt an unsere Kunden weiterreichen, daher erzielen wir in unserem eigentlichen Hauptgeschäft in diesen Zeiten Verluste», erläuterte Mücher.

Das Ergebnis des Konzerns hat sich im ersten Halbjahr mehr als verdoppelt: von 284,5 Millionen Euro auf 712,4 Millionen Euro. Dabei handele es sich aber nicht um Geld in der Kasse von EWE, hieß es. Der Konzern besitzt Finanzprodukte, sogenannte Derivate, die aufgrund der gestiegenen Marktpreise für Energieträger wie Gas inzwischen vergleichsweise hoch bewertet sind. EWE verweist darauf, dass das hohe Ergebnis verzerrt sei. Denn seine Kunden müsse das Unternehmen zu bereits festgelegten, günstigeren Preisen beliefern.

Den Umsatz konnte EWE auch aufgrund der hohen Energiepreise in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent steigern: von etwa drei Milliarden Euro auf nahezu vier Milliarden Euro.

Nach eigenen Angaben wird EWE seine Bemühungen im zweiten Halbjahr auf die Versorgungssicherheit lenken. Dazu gehörten Investitionen in erneuerbare Energien, der Bau einer LNG-Pipeline, um Speicher anzubinden, sowie das Füllen der Gasdepots. Die von EWE genutzten eigenen Gasspeicher sind dem Unternehmen zufolge zu mehr als 99 Prozent gefüllt.

«Mit diesen gut gefüllten Speichern leisten wir einen Beitrag, um auch bei weiter ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland eine Gasversorgung im Winter zu gewährleisten», sagte EWE-Vorstandsvorsitzender Stefan Dohler in der Mitteilung.

© dpa
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