Werder zu gut für unten, nicht gut genug für oben

Was Werder Bremen zu einem Spitzenteam fehlt, hat Borussia Dortmund dem Team aufgezeigt. Dabei spielt der Aufsteiger lange Zeit gut mit. Zu mehr als Mittelmaß reicht es aber nicht.
Bremens Anthony Jung winkt den Fans zu. © Carmen Jaspersen/dpa

Auch in der Niederlage gegen Borussia Dortmund blieb sich Ole Werner treu. Norddeutsch-nüchtern analysierte der Cheftrainer von Werder Bremen das 0:2 gegen die Westfalen. «Unter dem Strich muss man sagen, dass das keine Leistung war, für die man sich eingraben muss, aber auch keine Leistung, mit der man über 90 Minuten Borussia Dortmund schlagen kann», sagte der 34-Jährige am Samstag.

Selten so eindringlich war ihm, seinen Spielern und den grün-weißen Fans vorgeführt worden, was der Unterschied zwischen einer guten Mannschaft der Fußball-Bundesliga (Werder) und einem Spitzenteam (BVB) ist. Eindringlich deshalb, weil die Bremer lange gut mitspielten - und trotzdem reichte es nicht, um gegen die Dortmunder zu punkten.

«Du spielst gegen eine Mannschaft, die im Achtelfinale der Champions League steht. Das ist eine Top-Mannschaft, nicht nur in Deutschland, sondern in Europa. Du musst dann am absoluten Limit unterwegs sein», ordnete Werner ein. Natürlich habe die Niederlage etwas mit der Qualität des Gegners zu tun, «aber du kannst immer Sachen noch besser machen».

Zu gut für die Abstiegszone, noch nicht gut genug für Europapokal-Plätze und mehr - die Tabelle spiegelt das Potenzial des Aufsteigers aus Bremen mit einem Rang im Mittelfeld gut wider. Dass der Anspruch ein anderer ist, machte auch Niclas Füllkrug klar.

Vorne hätten die Dortmunder viel Qualität, sagte er beim Sender Sky. «Da wurden uns ein Stück weit die Grenzen aufgezeigt.» Zugleich kritisierte sich der 30 Jahre alte Nationalspieler selbst uns seine Kollegen: «Wir spielen wieder Bälle, die gehen gar nicht. Auch unsere Angriffe spielen wir vorne schlecht aus. Insgesamt war es keine gute Leistung von uns.»

Nur der überragende Werder-Torwart Jiri Pavlenka verhinderte Schlimmeres für die Bremer - und war dennoch bedient. «Wenn ich alles gehalten hätte, hätten wir 0:0 gespielt und einen Punkt», sagte der Tscheche.

Worin ein wesentlicher Qualitäts-Unterschied zwischen Werder und dem BVB lag, zeigte sich auch nach etwas mehr als 60 Minuten. Auf der Ersatzbank hatte Borussia-Trainer Edin Terzic für jeden Mannschaftsteil eine Ansammlung von Hochbegabten und Nationalspielern. So brachte er in der 66. Minute Jamie Bynoe-Gittens in die Partie, eine Minute später traf das Ausnahme-Talent zur Führung. Es war das zehnte Joker-Tor des BVB in dieser Saison.

Den 2:0-Endstand für den BVB setzte dann der gebürtige Bremer und Nationalspieler Julian Brandt (85.). Die Dortmunder kamen damit im sechsten Pflichtspiel zum sechsten Sieg in diesem Jahr.

Trainer Werner konnte immerhin in den Schlussminuten Winter-Ausleihe Maximilian Philipp gegen dessen früheren Team-Kollegen zum Debüt verhelfen. «Es war schön und hat Spaß gemacht. Ich stand ja schon lange nicht mehr auf dem Feld. Deswegen habe ich mich sehr gefreut», sagte der 28 Jahre alte Stürmer, «auch wenn das Ergebnis nicht so schön ist.»

Die nächste Aufgabe für Werder ist eine ähnliches Kaliber wie der BVB. Am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky) sind die Bremer beim Europa-League-Sieger und Champions-League-Achtelfinalisten Eintracht Frankfurt zu Gast. Fehlen wird dann Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt wegen seiner fünften Gelben Karte und möglicherweise auch Mitchell Weiser.

Erst hatte sich der 28-Jährige nach einem Zusammenprall mit Dortmunds Nico Schlotterbeck eine Kopfwunde zugezogen und mit einem Kopfverband weiter gespielt. Kaum hatte er sich den Turban wieder vom Kopf gerissen, knickte er in einem Zweikampf um. Ob er längerfristig ausfällt, ist noch offen.

© dpa ⁄ Claas Hennig, dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
Fußball news
Gladbach trennt sich von Trainer Daniel Farke
Musik news
Peter Fox liegt bei den Albumcharts vorn
Musik news
Rock am Ring und Rock im Park starten
Internet news & surftipps
Kartellamt schaltet sich in Handynetz-Streit ein
Tiere
Hund und Katze kiffen mit
Auto news
Vorausschauend fahren und sparen
Kultur
Die Russische Avantgarde ist auch Ukrainische Moderne
Internet news & surftipps
Twitter-Verantwortliche für Kampf gegen Hassrede geht