Späte Tore lassen Stuttgartern Hoffnung: Wolfsburg gerettet

30.04.2022 Der VfB Stuttgart bleibt gegen Wolfsburg lange harmlos, belohnt sich kurz vor dem Ende aber doch noch für seinen Aufwand. Die Chance auf die direkte Rettung lebt, die Relegation ist aber das erste Ziel. Für den VfL ist es angesichts der schwierigen Saison ein «freudiger Tag».

Stuttgarts Omar Marmoush in Aktion. © Tom Weller/dpa/Archivbild

Beim VfB Stuttgart besteht zumindest noch eine kleine Hoffnung auf die direkte Rettung, der VfL Wolfsburg hat den Verbleib in der Fußball-Bundesliga endgültig sicher. Dank des späten Treffers von Joker Chris Führich in der 89. Minute zum 1:1 (0:1) gegen den VfL und des ebenfalls späten Ausgleichs von Arminia Bielefeld gegen Hertha BSC (1:1) bleiben die Stuttgarter im Rennen um den Nichtabstiegsplatz 15.

Die Ausgangslage bleibt aber schwierig für die Schwaben, die den Blick eher nach unten als nach oben richten. Vier Punkte liegen sie weiter hinter den Berlinern. Bei noch zwei ausstehenden Spielen. Noch nie hat ein Bundesligist zu diesem späten Zeitpunkt einer Saison einen so großen Rückstand auf den Tabellenviertletzten aufgeholt. Zudem muss der VfB kommenden Sonntag zum alten und neuen Meister FC Bayern München, der nach seiner 1:3-Niederlage beim 1. FSV Mainz 05 womöglich auf Wiedergutmachung aus ist. Der Vorsprung auf Bielefeld auf dem Abstiegsplatz 17 beträgt weiter zwei Zähler.

«Im Abstiegskampf ist jeder Punkt wichtig», sagte Stuttgarts Führich bei Sky. «Den nehmen wir mit. Auch das gute Gefühl am Ende.» Sein Teamkollege Sasa Kalajdzic freute sich zwar über die Moral, die der VfB nach Rückstand wieder einmal gezeigt hatte. Er räumte aber auch ein, dass das Remis «in unserer Situation einen Tick zu wenig ist.» Trainer Pellegrino Matarazzo resümierte: «Das, was wir in der Hand haben, ist die Relegation.» Daher sei diese nun «das erste Ziel». Auch Sportdirektor Sven Mislintat will sich «nach unten absichern».

Für den den VfL indes sei es «ein guter, ein freudiger Tag», sagte Gäste-Coach Florian Kohfeldt und verwies auf die insgesamt schwierige Saison für die Niedersachsen. Die letzten Monate hätten viel Kraft gekostet. Dementsprechend freue er sich nun über den Klassenerhalt.

Abwehrspieler John Anthony Brooks hatte die Wolfsburger vor 52 230 Zuschauern in der 13. Minute in Führung gebracht. Lange Zeit sah es so aus, als ginge es für den VfB in den abschließenden zwei Partien nur noch darum, zumindest den Einzug in die Relegation zu sichern. Dann belohnte der eingewechselte Führich die bemühten, aber über weite Strecken harmlosen Schwaben noch für ihren Aufwand - und sorgte für ihr erstes Tor aus dem Spiel heraus seit mehr als einem Monat.

Nicht nur VfB-Trainer Matarazzo wollte von seiner Mannschaft nach dem enttäuschenden 0:2 bei der Hertha am vergangenen Wochenende eine Reaktion sehen - auch die Fans. «Taten statt leere Worte - Zeigt Kampf und Einsatz!» stand auf einem großen Banner, das während des Aufwärmens der Spieler in der Kurve hing. Und ihr Bemühen war den Gastgebern auch nicht abzusprechen. Doch wie in Berlin kassierten sie einen frühen Rückschlag. Nach einer Ecke von Maximilian Arnold köpfte Brooks unbedrängt zur Wolfsburger Führung ein. Der VfB blieb damit auch im 20. Bundesliga-Heimspiel in Serie nicht ohne Gegentor.

Ein großes Problem der Stuttgarter ist aber auch ihre Offensive. 40 Minuten lang erzeugten sie keinerlei Gefahr. In der Endphase der ersten Hälfte erhöhten sie den Druck zwar etwas. Richtig in Bedrängnis geriet die VfL-Abwehr aber auch dann nur selten. So verwalteten die Wolfsburger ihren knappen Vorsprung in die Pause.

Auch in der zweiten Halbzeit taten die Gäste nicht viel mehr als sie mussten. Der VfB kämpfte um den Ausgleich, ließ im letzten Drittel aber weiter die Durchschlagskraft vermissen. Mittelstürmer Kalajdzic war quasi kein Faktor, Führich zielte bei einem Schuss zu ungenau (70.). Kurz vor Schluss machte er es aber besser, traf nach einer Flanke des ebenfalls eingewechselten Enzo Millot zum Ausgleich und brachte die Hoffnung auf die direkte Rettung zurück nach Stuttgart.

© dpa

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