Kovac formt Wolfsburg nach seiner Idee

Zehn Punkte nach zehn Bundesliga-Spieltagen sind immer noch eine enttäuschende Bilanz für einen Club wie den VfL Wolfsburg. Doch mittlerweile ist unter Trainer Niko Kovac eine Entwicklung zu sehen.
Wolfsburgs Trainer Niko Kovac gestikuliert. © Tom Weller/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa/Archivbild

Wenn man einen eingefleischten Fan von Eintracht Braunschweig richtig auf die Palme bringen will, muss man das DFB-Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg am Dienstagabend nur «ein Derby» nennen. Dieser Begriff ist ausschließlich für den Erzfeind Hannover 96 reserviert. Die Wolfsburger sind nach dieser Logik bloß der neureiche, aber natürlich auch nicht allzu beliebte Nachbar.

Trotzdem erzeugt auch dieses Pokalduell (Dienstag, 20.45 Uhr/Sky) in der Region eine spürbare Spannung. Beim überzeugenden 2:2 (1:1) gegen Borussia Mönchengladbach überzogen die Wolfsburger Anhänger die Braunschweiger schon drei Tage im Voraus mit den üblichen Schmähungen. Und auch rein sportlich gesehen hätte man für dieses Duell kaum einen interessanteren Zeitpunkt finden können.

Die Eintracht hat gerade einen Lauf in der 2. Liga. Und auch in Wolfsburg ist eine positive Entwicklung zu sehen, auch wenn die sich noch nicht in Punkten oder einem akzeptablen Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga ausdrückt. «Meine Mannschaft hat ein außerordentlich gutes Spiel gemacht. Gegen den Ball war es okay. Mit dem Ball war es mit das Beste, was wir hatten. Wir sind auf dem richtigen Weg», sagte Trainer Niko Kovac nach dem Gladbach-Spiel, in dem der VfL nach zwei Gegentoren von Marcus Thuram (13./48.) auch zweimal durch Yannick Gerhardt (43.) und Omar Marmoush (69.) wieder zurückschlug.

Die Erfahrung zeigt, dass der Club immer dann Erfolg hat, wenn Wolfsburger Trainer ihre Spieler auf eine gemeinsame und strikt durchgezogene Linie einschwören können. Bruno Labbadia und vor allem Oliver Glasner gelang das in den vergangenen Jahren. Mark van Bommel und Florian Kohfeldt hatten damit ihre Probleme - auch weil dieser Bundesliga-Standort ganz offensichtlich gern eine gewisse Sattheit und Bequemlichkeit weckt.

Aus genau diesem Grund holte der Club im Sommer den sehr fordernden und sehr direkten Kovac - und der formt sich nun gerade ein Team nach seinen Vorstellungen. 113:109 Kilometer Laufleistung, 267:190 Sprints, 89:82 gewonnene Zweikämpfe: Bis auf eine lausige Chancenverwertung waren alle Statistiken des Spiels Wolfsburg gegen Mönchengladbach genau nach seinem Geschmack.

Da sie nicht zu seinem intensiven und körperbetonten Spielstil passen, sitzen Profis wie Luca Waldschmidt, Maximilian Philipp und Josip Brekalo nur noch auf der Bank oder der Tribüne. Auch wenn der VfL für alle drei zusammen mal Ablösesummen von mehr als 30 Millionen Euro gezahlt hat. Gefragt sind stattdessen Laufstärke und Spielintelligenz, wie Yannick Gerhardt, der Schwede Mattias Svanberg oder auch der Österreicher Patrick Wimmer sie verkörpern.

Das alles setzt Kovac in einer Tonlage durch, die nicht immer gut ankommt in der Kabine. Erst vor vier Wochen drohte er nach der enttäuschenden 0:2-Niederlage bei Union Berlin, notfalls seinen Bruder Robert einzusetzen, der früher bei Juventus Turin und Bayern München spielte und nun sein Co-Trainer ist.

«Ich bin einer, der immer sehr offen, sehr ehrlich und sehr direkt ist», sagte Kovac am Samstag. «Ich mag es nicht, um den heißen Brei zu reden. Und ich glaube: Das, was ich damals gesagt habe, hat Früchte getragen. Denn ich weiß, was die Mannschaft zu leisten imstande ist. Darum geht's. Das rufen wir inzwischen ab.»

In allen drei Spielen seit der Länderspielpause gab der VfL in der Schlussphase noch einmal Gas, während alle Gegner läuferisch abbauten. Für ein wichtiges Pokalspiel zwischen zwei Bundesliga-Spieltagen ist das eine gute Voraussetzung.

© dpa
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