Erfolgsserie gerissen: Dortmund verliert in Wolfsburg

Borussia Dortmund und die Konstanz - das große BVB-Thema dieser Saison. Nach einer kurzen Erfolgsserie gibt es in Wolfsburg den nächsten Dämpfer. Kapitän Marco Reus ist gar nicht erst mit dabei.
Dortmunds Mats Hummels steht auf dem Spielfeld. © Swen Pförtner/dpa

Die Dortmunder Profis sanken enttäuscht auf den Rasen oder ließen einfach nur die Köpfe hängen: Das Zwischenhoch des BVB ist schon wieder vorbei. Nach drei Siegen in Serie in der Fußball-Bundesliga verlor Borussia Dortmund am Dienstagabend in einem hochklassigen Spiel mit 0:2 (0:1) beim VfL Wolfsburg. «Wir wollten das Selbstvertrauen mitnehmen von den letzten Spielen, (waren aber) wieder zu schläfrig in der Anfangsphase», sagte BVB-Profi Niklas Süle beim Sender Sky: Gefühlt hätten sie in den ersten Minuten «nicht einmal den Ball gesehen».

Die Dortmunder laufen dem Spitzentrio aus München, Freiburg und Berlin nun weiter hinterher. Micky van de Ven traf bereits in der sechsten Minute für den mittlerweile seit acht Pflichtspielen ungeschlagenen VfL. Danach vergaben beide Teams vor 28.675 Zuschauern mehr als ein Dutzend bester Chancen, ehe WM-Kandidat Lukas Nmecha (90.+1) das zweite Wolfsburger Tor erzielte.

Konstanz bleibt das große Dortmunder Problem. Die jüngsten Siege gegen den VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und den VfL Bochum bildeten bislang die längste Erfolgsserie in dieser Saison. Für einen Titelanwärter kommen die Rückschläge immer wieder zu früh - und zu verlässlich. «Es war ein besseres Spiel als das in Frankfurt und das haben wir gewonnen. Man muss das alles richtig einordnen», befand Dortmunds Abwehrchef Mats Hummels.

Kurz vor der Bekanntgabe des deutschen Kaders am Donnerstag erhielten zudem die WM-Chancen mindestens eines anderen Dortmunders einen weiteren Dämpfer: Marco Reus war wegen anhaltender Sprunggelenksprobleme gar nicht mit nach Wolfsburg gefahren. Am Samstag hatte der 33-Jährige beim 3:0 gegen Bochum erst sein Comeback gegeben.

Er habe «natürlich» das Gefühl, dass Reus unbedingt mit zur WM in Katar wolle, sagte BVB-Trainer Edin Terzic bei Sky. «Wir sehen, wie hart er arbeitet, wie er für sein Comeback hart gearbeitet und geschuftet hat. Leider wurde er jetzt immer wieder zurückgeworfen und die Schmerzen wurden immer wieder größer.»

Während Reus kaum noch Chancen auf eine Nominierung haben dürfte, die Abwehrspieler Schlotterbeck und Süle aber so gut wie sicher dabei sind, gehören in Hummels, Julian Brandt, Youssoufa Moukoko und Karim Adeyemi noch mindestens vier Dortmunder zu den Wackelkandidaten. Beim VfL gibt es davon in Nmecha und Maximilian Arnold auch noch zwei.

Trainer Niko Kovac nahm auf die Kader-Bekanntgabe von Bundestrainer Hansi Flick am Donnerstag aber keinerlei Rücksicht und setzte Nmecha zwei Tage vorher erstmal auf die Bank. Dabei war dieses Spiel aufgrund seiner Chancenfülle eigentlich wie gemacht für Stürmer wie Nmecha oder Dortmunds Moukoko, wie sich im Falle des VfL-Profis auch noch zeigen sollte.

Die besten Möglichkeiten vergaben andere. Wolfsburgs Torwart Koen Casteels musste gleich zweimal gegen Donyell Malen retten (19./21.). Beim VfL waren die Angreifer Jonas Wind (30./31.) und Omar Marmoush (3./24./40.) ähnlich gefährlich. Bei der besten Wolfsburger Chance der ersten Halbzeit musste Paulo Guerreiro einen Schuss von Jakub Kaminski kurz vor der Torlinie klären (32.). Auf der anderen Seite traf Dortmunds Süle nur den Pfosten (45.+1).

Die Borussia machte kein schlechtes Spiel. Im Gegenteil, der BVB lieferte eine sehr engagierte und in der zweiten Halbzeit auch immer dominantere Leistung ab. Doch die Wolfsburger sind vielen Gegnern nach ihrem schwachen Saisonstart mittlerweile nicht nur läuferisch überlegen, sie steigern sich auch spielerisch von Woche zu Woche. Dortmund setzten sie permanent unter Stress.

Zumindest die Qualität der Chancen nahm auch in der zweiten Halbzeit nicht ab. Casteels parierte in der 56. Minute einen Kopfball von Moukoko. Dortmunds Torwart Gregor Kobel musste kurz danach gegen Wind (61.) und Kaminski (62.) retten. Der BVB setzte sich nun zeitweise in der Wolfsburger Spielhälfte fest, kam aber im Angriff kaum noch durch. Wolfsburg schon. Kaum war die sechsminütige Nachspielzeit angezeigt, traf Nmecha.

© dpa
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