Ministerin: Corona-Lockdowns an Schulen Geschichte

Seit fast drei Jahren bestimmt das Coronavirus mit über den Alltag, auch an den Schulen. Eine Situation wie zu Beginn, als lange nur Distanzunterricht möglich war, erwartet Niedersachsens neue Kultusministerin mittlerweile aber nicht mehr.
Stühle stehen nach Schulschluss auf den Tischen im Unterrichtsraum einer Grundschule. © Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archiv

Niedersachsens Schülerinnen und Schüler müssen nach Worten von Kultusministerin Julia Willie Hamburg keine erneuten Corona-Lockdowns mehr befürchten. Auf die Frage, ob die Lockdowns an den Schulen endgültig Geschichte seien, antwortete die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur: «Ja, definitiv.»

Hamburg begründete dies damit, dass sich die Pandemie zunehmend zu einer Endemie entwickele, die Infektionswellen flachten also ab. «Viele Kinder hatten schon Kontakt mit dem Virus, es gibt Impfmöglichkeiten. Die Schulen sind insofern nicht mehr so stark betroffen wie in den letzten Jahren», sagte die Ministerin. «Trotzdem werden wir den Schulen über den Jahreswechsel weiter Schnelltests zur Verfügung stellen.»

Weitere Maßnahmen seien derzeit nicht nötig, zumal die Schulen gute Hygienekonzepte hätten. «Den Kindern tut die Normalität sehr gut. Wenn es weitere Mutationen geben sollte, werden wir die Lage neu bewerten», sagte Hamburg.

In der vergangenen Woche wurden laut Ministerium bei landesweit 4977 Schülerinnen und Schülern Corona-Infekionen festgestellt. Das sind etwas weniger als in der Vorwoche (5236). Bei den Lehrkräften stieg der Wert hingegen leicht von 1131 auf 1199 Infektionen. Registriert werden PCR-bestätigte Fälle und Selbsttest-Ergebnisse, die den Schulen gemeldet werden. Coronabedingt war an den Schulen seit Anfang 2020 über längere Strecken lediglich Distanzunterricht möglich gewesen. Mittlerweile läuft aber wieder der Präsenzunterricht.

Mit Blick auf die Lehren aus der Pandemie für den Schulbetrieb sagte Hamburg: «Wir haben in den letzten Jahren einen riesigen Schub gemacht im Bereich der Digitalisierung. Das ist ein Umbruch, der noch nicht zu Ende ist, aber durch Corona beschleunigt wurde.» Man habe zudem gesehen, dass die Schulen sehr gut mit Freiräumen umgehen könnten. «Solche Freiräume wollen wir über die Pandemie hinaus sichern», kündigte die Kultusministerin an.

© dpa
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