Kita-Gipfel berät über abgesenkte Standards

Für die Aufnahme von Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine hat Niedersachsen die Standards an Schulen und Kitas gesenkt. Doch die Regelung läuft schon in wenigen Wochen aus. Wie geht es weiter?
In der Garderobe in einer Kindertagesstätte (Kita) hängen Kinderjacken. © Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Niedersachsens Kultusministerium will am heutigen Mittwoch (14.00 Uhr) mit Branchenvertretern über die Kita-Standards beraten, die Ende März zur Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen gesenkt worden waren. Insbesondere geht es in dem «Forum Frühkindliche Bildung» um die Gruppengrößen: So ist derzeit bis Ende Juli ein Kind mehr pro Gruppe erlaubt. Allerdings hat der Städtetag bereits eine Verlängerung bis Mitte 2023 gefordert. Die Gewerkschaft Verdi sprach sich indes dagegen aus. Verdi-Landeschef Detlef Ahting sagte, es gehe um die Grenze des Erträglichen für die Beschäftigten und die Kinder. Eine Entscheidung über eine Verlängerung ist noch nicht zu erwarten.

Die Kita-Landeselternvertretung erklärte, in den vergangenen Monaten habe sich gezeigt, dass die abgesenkten Standards zu Lasten vieler Familien gingen. Angesichts der seit Monaten stark steigenden Kosten seien viele Eltern finanziell auf Vollzeitarbeit angewiesen - und damit auch verstärkt auf Ganztagsbetreuung. Allerdings würden die Betreuungszeiten vielerorts gekürzt, weil es nicht genügend Fachkräfte gebe. «Wir haben Kitas, die schon um 14.00 Uhr komplett dicht machen», sagte die Vorsitzende Christine Heymann-Splinter. Es brauche daher dringend mehr Personal in den Kitas.

Die Elternvertreterin äußerte zudem die Befürchtung, dass es nicht bei der Gruppengröße von jetzt 26 statt 25 Kindern bleiben, sondern eine weitere Anhebung folgen könnte. Offen zeigte sie sich dagegen für die Einbindung von Sozialassistenten als dritte Betreuungskraft.

Der Grünen-Familienpolitiker Volker Bajus kritisierte, es räche sich, dass die Landesregierung jahrelang zu wenig getan habe, um Ausbildung und Arbeitsbedingungen der Kita-Fachkräfte zu verbessern. «Die Gruppen in Kitas für ein weiteres Jahr zu vergrößern und die Standards abzusenken, läuft in die komplett falsche Richtung», sagte Bajus. Die Personalprobleme würden damit nur verschärft, weil der Beruf unattraktiver werde und die Absprungquote steige. Der Grünen-Politiker forderte ein Aktionsprogramm, das etwa die Vergütung der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern möglich mache.

© dpa
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