Etwas weniger Arbeitslose in Niedersachsen und Bremen

Die deutsche Wirtschaft hat trotz der diversen Krisen zuletzt noch ein kleines Wachstum geschafft - für die bevorstehende Zeit erwarten viele Ökonomen eine Rezession. Der Arbeitsmarkt zeigt sich bisher relativ stabil. Aber es gibt weitere Unsicherheiten.
"Agentur für Arbeit" hängt über dem Eingang der Bundesagentur. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Die Arbeitslosigkeit im Nordwesten ist bis Mitte Oktober erneut leicht zurückgegangen. Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom Mittwoch waren in Niedersachsen rund 234.400 Menschen ohne Job gemeldet, das waren 1,5 Prozent weniger als im September. Die Quote stand weiter bei 5,4 Prozent. Im kleinsten Bundesland Bremen nahm die Zahl der Arbeitslosen um 1,6 Prozent auf knapp 37.700 ab, hier drückte sich dies in einer um 0,2 Punkte auf 10,3 Prozent verringerten Quote aus.

Bereits im Vormonat hatte sich der Arbeitsmarkt etwas entspannt. Zum Herbstbeginn ist dies eine saisonübliche Entwicklung - nach dem Start des neuen Ausbildungsjahres finden junge Leute oft noch mit gewisser Verzögerung eine Lehrstelle oder einen Anstellung nach dem Abschluss einer vorherigen Ausbildung. Das sei auch in diesem Jahr ein Faktor gewesen, erklärte die BA-Zweigstelle in Hannover. Im Sommer hatte die Arbeitslosigkeit wegen der Pause im Schulsystem sowie der Aufnahme weiterer Geflüchteter aus der Ukraine zunächst zugenommen.

Daneben kämen Langzeitarbeitslose jetzt wieder vermehrt in Beschäftigung, hieß es. In der jüngsten niedersächsischen Statistik kam es in dieser Kategorie zu einem Rückgang um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt, in Bremen um 13 Prozent. Allerdings ist der gesamtwirtschaftliche Ausblick derzeit höchst unsicher, denn die Energiekrise, Rekordinflation und Wachstumsschwäche in mehreren Ländern lassen Experten demnächst eine harte Rezession erwarten.

BA-Regionalchef Johannes Pfeiffer warnte, Arbeitgeber würden angesichts enormer Kostenzuwächse vorsichtiger mit Einstellungen. «Sie werden jedoch auch in einer drohenden Krise eine langfristige Fachkräftestrategie benötigen.» Die wacklige Gesamtsituation zeigt sich zudem in der Tatsache, dass es im Oktober 2021 trotz erheblicher Effekte der Corona-Pandemie noch etwas besser auf dem Arbeitsmarkt ausgesehen hatte: Die aktuelle Zahl der Arbeitslosen in Niedersachsen ist um 5,6 und in Bremen um 2,1 Prozent höher als vor einem Jahr.

Gleichzeitig suchen zahlreiche Betriebe - ungeachtet einer in Summe leicht steigenden Beschäftigung - händeringend nach qualifiziertem Personal. Dabei geht es nicht nur um berufserfahrene Fachkräfte, sondern auch um geeigneten Nachwuchs. So stieg das Überangebot freier Azubi-Stellen gegenüber registrierten Bewerbungen in Niedersachsen zuletzt auf knapp 10.700. In Bremen lag diese Lücke bei 980.

Pfeiffer appellierte an Ausbildungsbetriebe, sich auch offen für junge Leute zu zeigen, die noch Nachholbedarf haben - fehlende Grundkompetenzen werden von Arbeitgebern immer wieder angesprochen. Die BA könne hier helfen. Aber auch behinderte Jugendliche müssten beim Einstieg in die Berufswelt stärker gefördert werden.

© dpa
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