Moleturm in Bremerhaven: Demontage voraussichtlich ab Montag

Das schiefe Bremerhavener Wahrzeichen Moleturm soll wieder aufgebaut werden. Zuerst aber müssen die Verantwortlichen einen Weg finden, ihn abzubauen, ohne dass der Turm fällt. Voraussichtlich beginnen die Arbeiten schon bald.
Schaulustige beobachten den abgesackten Moleturm in Bremerhaven. © Markus Hibbeler/dpa

Der in eine bedrohliche Schieflage geratene Leuchtturm in Bremerhaven soll voraussichtlich ab Montag demontiert werden. Weitere Messungen und Aufnahmen müssten ausgewertet werden, dann werde entschieden, wie die denkmalgeschützte rote Kuppel des Turms abgebaut werden könne, sagte der Sprecher der Hafengesellschaft Bremenports, Holger Bruns, am Sonntag. Ziel sei, den Turm mit dem Neubau der Mole ebenfalls neu aufzubauen, sagte er: «Bremerhaven bekommt den Turm zurück.» Anzeichen für eine Verschärfung der Lage gebe es nicht. Zuvor wurde der Moleturm provisorisch gesichert.

Es könne zwar noch immer passieren, dass der Turm umstürzt, sagte der Sprecher. In diesem Fall werde er aber nicht mehr ins Wasser fallen, sondern auf einem davor angebrachten Schwimmponton landen. «Der Turm fällt dann nicht mehr in die Fahrrinne», sagte er. Der Leuchtturm steht auf der Nordmole an der Einfahrt zum Fischereihafen. In der Nacht zum Donnerstag hatte sich die Mole abgesenkt. Der rund 20 Meter hohe Turm befindet sich seitdem in einer bedrohlichen Schieflage.

Mit den Messungen und einem sogenannten «digitalen Zwilling», also einem virtuellen Modell, solle geklärt werden, ob sich die Kuppel des Turms unbeschadet vom Mauerwerk lösen lässt, sagte der Sprecher.

Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) und der hafenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Hauke Hilz, hatten zuvor die Verantwortlichen kritisiert. Bremens Senatorin für Häfen, Claudia Schilling, eine Parteikollegin von Grantz, sagte: «Möglicherweise hätten wir den Turm vorher abbauen müssen.» Nun müsse es darum gehen, dies so schnell wie möglich nachzuholen. Das sei auch nötig, um die Nordmole wie geplant zu sanieren.

Das Absacken der Mole habe man nicht vorhergesehen, sagte der Geschäftsführer des Hafenbetreibers Bremenports, Robert Howe, vor einigen Tagen. «Gleichwohl wussten wir seit einigen Jahren schon, dass die Standsicherheit der Mole und damit natürlich auch die Standsicherheit des Turmes gefährdet ist.» Denn die Mole und auch der Molenkopf, auf dem der Turm steht, sind nach Angaben von Bremenports auf Holzpfählen gegründet. Bei Niedrigwasser hätten die Pfähle nun offenbar versagt.

Die Nordmole mit dem Leuchtfeuer ist eines der Wahrzeichen von Bremerhaven. Nach Angaben der Stadt steht das Seezeichen, das 1914 in Betrieb genommen wurde, seit 2001 unter Denkmalschutz. Die Nordmole ist Eigentum des Landes Bremen, der Turm mit seinem aktiven Leuchtfeuer gehört der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.

© dpa
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