Trotz Zinsen und Krisen: NordLB profitabel, aber vorsichtig

Faule Schiffskredite und eine aufgeblähte Bilanz hielten die NordLB lange unter Druck. Dann kamen die Corona-Folgen, zuletzt auch die Energiekrise hinzu. Das Institut kann sich insgesamt dennoch in den schwarzen Zahlen halten - und legt kurzfristig noch zu.
Ein Mann betritt die Norddeutsche Landesbank in Hannover. © Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) hat im dritten Quartal dank der Finanzierung neuer Projekte insgesamt wieder Gewinn gemacht - im Vergleich zum Vorjahr jedoch drücken veränderte Bewertungen und die wieder anziehenden Zinsen auf die Zahlen. Zum Ende des ersten Halbjahres hatte das Institut beim Konzernergebnis mit einem Minus von 63 Millionen Euro abgeschlossen. Bis Ende September drehte sich dieser Verlust nach Angaben vom Dienstag nun in ein Plus von 37 Millionen Euro. Allerdings hatte die NordLB ein Jahr zuvor mit 127 Millionen Euro noch mehr als drei Mal so viel verdient.

Bezieht man sämtliche Effekte - vor allem auch die Entwicklung des Eigenkapitals - mit ein, legte das so definierte «Gesamtergebnis der Periode» über die ersten drei Quartale gesehen von 82 auf 404 Millionen Euro zu. Wie die Bank erklärte, war unter anderem der Zinsanstieg zu Beginn dieses Jahres eine maßgebliche Ursache für die Einbußen in einigen Bereichen. Dem entgegengestanden habe ein anziehendes Neugeschäft mit den Kunden. Im dritten Quartal allein betrachtet fiel jedoch wieder ein Gewinn von 100 Millionen Euro an.

«Wir sind mit der Entwicklung der NordLB in den letzten Monaten zufrieden», sagte Vorstandschef Jörg Frischholz und ergänzte: «Vor allem der Anstieg beim profitablen Neugeschäft zeigt: Wir sind zurück am Markt.» So vergab die Bank in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 80 Prozent mehr Kredite als im Vorjahreszeitraum. Für sich genommen verbesserten sich auch das Zins- und das Provisionsergebnis.

Die Landesbank von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt verzichtete indes auf eine konkrete Prognose für das gesamte Jahr 2022, weil die «Unwägbarkeit» des wirtschaftlichen Umfelds dies nicht zulasse. Das Ziel sei allerdings, den Konzerngewinn von 19 Millionen Euro aus dem vergangenen Jahr zu übertreffen. 2021 war das Geldhaus, zu dessen Mitbesitzern auch die Sparkassen-Gruppe gehört, nach mehreren Verlustjahren wieder profitabel geworden. Einer der Gründe dafür ist auch der harte Sparkurs, der einen großen Personalabbau umfasst.

Die NordLB hatte zuvor schwierige Zeiten mit einer aufgeblähten Bilanz und faulen Schiffspapieren durchgemacht. Sie musste Ende 2019 von ihren Trägern gerettet werden. Bis Ende 2023 will die Bank 2800 bis 3000 Beschäftigte haben - es waren einmal 6300. Das Institut ist unter anderem in der Finanzierung von Energieprojekten aus erneuerbaren Quellen aktiv. Gemeinsam mit dem Bund und dem Land Niedersachsen ist sie zum Beispiel aber auch am geplanten LNG-Terminal in Stade beteiligt.

© dpa
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