Nachfolge des 9-Euro-Tickets offen: Streit ums Geld

Kunden des öffentlichen Nahverkehrs haben immer noch keine Klarheit darüber, ob und ab wann es bundesweit ein Nachfolgemodell des 9-Euro-Tickets gibt. Bund und Länder konnten sich am Dienstag bei ihren Beratungen nicht zu Finanzierungsfragen einigen. Der Bund wies Forderungen der Länder nach generell mehr Geld für den Nahverkehr zurück.
Ein Fahrkartenautomat der Deutschen Bahn steht an einem Bahnhof. © Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild

Man müsse weiter an einer Einigung arbeiten, sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD), nach den Beratungen in Berlin. Das 9-Euro-Ticket habe in Ballungsräumen erhebliche Erleichterungen gebracht, aber nicht in vielen ländlichen Räumen, wo es nicht so ein gutes Angebot gebe. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sagte, es dürfe nicht passieren, dass Takte ausgedünnt werden müssten. Die Verkehrsminister von Bund und Ländern sollten noch einmal beraten. Für Mitte Oktober ist eine Konferenz geplant.

Das millionenfach gekaufte 9-Euro-Ticket hatte im Juni, Juli und August für je einen Monat bundesweit Fahrten in Bus und Bahn ermöglicht.

Die Ampel-Koalition im Bund hatte sich bereit erklärt, den Ländern für ein bundesweites Nahverkehrsticket jährlich 1,5 Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung zu stellen, wenn die Länder mindestens den gleichen Betrag zur Verfügung stellen. Ziel ist ein Preis zwischen 49 und 69 Euro im Monat.

Die Länder bestehen aber auf generell mehr Geld vom Bund für Busse und Bahnen. Sie wollen zum einen eine strukturelle Erhöhung der sogenannten Regionalisierungsmittel um 1,5 Milliarden Euro in diesem Jahr, zum anderen wegen massiv gestiegener Energiepreise in den Jahren 2022 und 2023 zusätzlich jeweils 1,65 Milliarden Euro mehr.

Der Bund gibt den Ländern für den Nahverkehr finanzielle Unterstützung in Milliardenhöhe in Form sogenannter Regionalisierungsmittel. Die Länder bestellen Leistungen bei Betreibern von Bussen und Bahnen.

© dpa
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