Blicke ins Wattenmeer: Besucherzentrum wiedereröffnet

Interaktiv, zum Hören, Fühlen und Anfassen: Die neue Dauerausstellung im Wattenmeer-Besucherzentrum in Wilhelmshaven will viele Einblicke auf den Lebensraum und die Herausforderungen für das Weltnaturerbe geben. Im Erdgeschoss wartet auf die Gäste ein Koloss.
Das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer-Besucherzentrum. © Sina Schuldt/dpa

Wie entstehen Ebbe und Flut? Was fressen Wattwürmer? Und was macht der Klimawandel mit dem Wattenmeer? Eine neue Dauerausstellung im Wattenmeer-Besucherzentrum in Wilhelmshaven bietet Besucherinnen und Besuchern Antworten auf diese Fragen und gibt vielfältige Einblicke in das Unesco-Weltnaturerbe. Am Freitag wurde die Schau, rund zwei Jahre nach Beginn des Umbaus, am Südstrand der Jadestadt mit einem Festakt und mehr als 100 Gästen offiziell eröffnet. Bereits seit Anfang Mai steht das Haus Besuchern offen.

Die Geschäftsführerin des Besucherzentrums, Juliana Köhler, sagte, dass die Inhalte der neuen Ausstellung auf neusten Forschungsergebnissen basierten. Dazu sei mit nationalen und internationalen Wissenschaftlern kooperiert worden. «Für die Erneuerung der damals über 20 Jahre alten Dauerausstellung bestand erheblicher Handlungsbedarf», erinnerte sich Köhler in ihrer Rede. Zum einen war die Technik veraltet. «Zum anderen fehlten viele heute aktuelle Themen, wie Klimawandel, Meeresspiegelanstieg, eingewanderte Arten oder die Vermüllung der Meere.»

Neben großformatigen Fotos, Filmaufnahmen und Hörstationen gibt es in der Ausstellung auch Einiges zum Anfassen, wie die Nachbildung von Salzwiesen und eine interaktive Gezeitenstation. Ein Blickfang ist ein im Erdgeschoss neu in Szene gesetztes Pottwalskelett. Der tonnenschwere Koloss war 1994 vor Baltrum gestrandet. Der Umbau hat früheren Angaben zufolge rund sieben Millionen Euro gekostet. Die Wiedereröffnung hatte sich auch wegen der Corona-Pandemie zuletzt verzögert.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies betonte bei der Eröffnung, die neue Ausstellung helfe, das Wattenmeer sichtbar und erlebbar zu machen. «Man schützt nur, was man kennt, aber man weiß auch nur, wie man damit umgehen kann, wenn man es kennt.» Die Region und die Stadt Wilhelmshaven hätten mit die Verantwortung, das Ökosystem zu erhalten und zu schützen, sagte der SPD-Politiker. Gleichzeitig bestehe aber auch die Verantwortung, den Klimaschutz und die Energiewende voranzutreiben. Beides sei miteinander vereinbar, sagte Lies.

Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist (parteilos) sagte, um das Wattenmeer zu schützen, müsse nicht nur den Urlaubsgästen «Lust auf das Weltnaturerbe» gemacht werden, sondern auch den Einheimischen, die das Wattenmeer unmittelbar vor der Haustür hätten. «Wir müssen es verinnerlichen, wir müssen begreifen, welches Geschenk, aber auch welche Verantwortung damit einhergeht. Ich glaube, das kann dieses Haus», sagte Feist.

Das 25 Jahre alte Wattenmeer-Besucherzentrum in Wilhelmshaven, das von einem gemeinnützigen Verein betrieben wird, ist das größte Bildungs- und Informationszentrum der insgesamt 17 Nationalparkhäuser im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Die Häuser besuchen laut Minister Lies jedes Jahr insgesamt rund eine Million Menschen. Der Nationalpark ist Teil des Unesco-Weltnaturerbes Wattenmeer, das von Esbjerg in Dänemark bis nach Den Helder in den Niederlanden reicht.

© dpa
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