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Ausstellung: 200-jähriges Bestehen des Bremer Kunstvereins

Einst stießen die Werke auf viel Widerstand, heute locken sie Massen ins Museum: Mit einer Sonderausstellung erinnert der Bremer Kunstverein an seinen Durchbruch.
200 Jahre Kunstverein Bremen
Die Bremer Kunsthalle. © Sina Schuldt/dpa

Von Claude Monet bis Vincent van Gogh - Werke der Künstler der Moderne sind zu Gast bei der Sonderausstellung zum 200-jährigen Jubiläum des Bremer Kunstvereins. «Sie kommen und erweisen uns die Ehre zum Geburtstag», sagte Kuratorin Dorothee Hansen. Die Ausstellung «Geburtstagsgäste. Monet bis van Gogh» ist bis 18. Februar in der Kunsthalle Bremen zu sehen.

Einige der rund 70 ausgestellten Werke seien schon von vor vielen Jahren in der Kunsthalle ausgestellt gewesen, erklärte die Kuratorin. Der erste Direktor Gustav Pauli holte zu Beginn des 20. Jahrhunderts die französische Moderne nach Bremen - und verhalf der Kunsthalle damit zu ihrem Durchbruch. «Die Kunsthalle in Bremen war eines der fortschrittlichsten Museen Deutschlands», sagte Hansen. Bis heute zählt die Kunsthalle zu den größten Kunstmuseen bundesweit, der Kunstverein als Träger hat 10.000 Mitglieder.

Das war nicht immer so, berichtete die Kuratorin. Im November 1823 gründeten 34 Kaufleute und Bürger den Kunstverein. «Sie hatten damals keinen konkreten Plan, das war ein ziemlicher Gemischtwarenladen», erzählte Hansen. Mit der Erweiterung der Kunsthalle und Gustav Pauli als Direktor änderte sich das. «Der historische Schwulst war für Pauli komplett überholt», sagte Hansen. Stattdessen begann er, französische Kunst zu sammeln.

Ähnlich wie bei der Nationalgalerie in Berlin und anderen Museen in Hamburg, Frankfurt, Weimar oder Krefeld regte sich Kritik. Als Gustav Pauli 1911 das «Mohnfeld» von Vincent van Gogh kaufte, löste das nach Angaben der Kuratorin einen deutschlandweiten Skandal aus. Konservativ-nationalistische Künstlerkreise mit Unterstützung von Kaiser Wilhelm II. warfen dem Kunstverein vor, zu viel Geld für französische Kunst auszugeben, anstatt den Nachwuchs im eigenen Land zu fördern.

Doch als Hansestadt war Bremen unabhängig, die Kunsthalle ohnehin ein privates Museum. Bald begannen auch Bremer Kaufleute, französische Kunst zu sammeln. «Das sind genau die Bilder, die bis heute zu den beliebtesten Werken zählen», sagte Hansen. Für die Sonderausstellung kehren sie aus Museen in New York, Washington, Amsterdam, Budapest und Winterthur nach Bremen zurück.

© dpa
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