Siedlungsstätte aus der Jungsteinzeit in Göttingen entdeckt

Der Stromnetzbetreiber Tennet hat bei Grabungen in Göttingen eine Siedlungsstätte aus der Jungsteinzeit entdeckt. Auf einer mehrere hundert Quadratmeter großen Fläche fanden Archäologen Hinweise auf verschiedene Hausfundamente sowie eine Grabstätte, wie Göttingens Stadtarchäologin Betty Arndt sagte. Die Funde in der Nähe der Anschlussstelle Göttingen an der Autobahn 7 stammen demnach aus verschiedenen Epochen.
Fähnchen zeigen den Grundriss von einem jungsteinzeitlichen Langhaus an einer archäologischen Fundstelle. © Swen Pförtner/dpa

In der Bestattungsgrube fanden die Forscher einen sogenannten Leichenschatten. Dabei handelt es sich um Verfärbungen des Bodens durch Knochen, die vermutlich von einer Frau stammten. In dem Grab aus der späten Jungsteinzeit wurden auch Keramikscherben einer als Grabbeilage verwendeten Vase entdeckt. Funde aus dieser Zeit sind in Niedersachsen bisher selten.

Daneben stießen die Archäologen auf Lehmfundamente von Außenwänden verschiedener Häuser, die im Zeitverlauf an der gleichen Stelle errichtet wurden. Dabei handelte es sich unter anderem um ein 33 Meter langes und bis zu 9 Meter breites Langhaus in Fachwerkbauweise, denken die Forscher. Das Gebäude war vermutlich Unterkunft für eine Großfamilie und wurde um die Zeit 5000 vor Christus errichtet.

Überraschend waren die Entdeckungen für die Archäologen nicht. «Die Stellen waren schon lange als Verdachtspunkte bekannt», sagte Arndt. Die archäologischen Erkundungen seien deshalb bei den Erdbauarbeiten eingeplant gewesen. Im Landkreis sowie der Stadt Göttingen gebe es jeweils sieben Verdachtsstellen entlang der künftigen unterirdischen Stromtrasse Wahle-Mecklar. An jeweils zwei Stellen seien bisher Überreste entdeckt worden, sagte Grabungsleiterin Sabine Stoffner. Grundlage für die Annahmen sind bereits in der Vergangenheit entdeckte Überreste oder die Lage der Standorte. Die Stelle an der A7 sei ein mustergültiger Siedlungsort. «Nicht zu hoch am Hang, wo es windig ist, und nicht zu tief im Flusstal, wo es nass ist», sagte Arndt.

© dpa
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